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Burschenschaftstreffen Offene Türen für rechte Burschen

Zahlreiche Burschenschaften treffen sich am Wochenende zu einem Empfang im Frankfurter Römer und einer Feier in der Darmstädter Orangerie. Darunter sind auch rechtsextreme Verbindungen. An beiden Orten sind bereits Gegendemonstrationen geplant.

02.11.2010 09:00
Frank Schuster
Burschenschaftler unter sich - hier 2003 auf der Wartburg. Foto: dpa

Am kommenden Wochenende treffen sich in Frankfurt und Darmstadt zahlreiche Burschenschaften, darunter auch rechtsextreme Verbindungen. In Frankfurt werden sie im Römer empfangen, in Darmstadt feiern sie in der von der Stadt vermieteten Orangerie. An beiden Orten haben antifaschistische Gruppen und andere burschenschaftskritische Verbände zu Gegendemonstrationen aufgerufen.

Von Freitag bis Sonntag lädt der Convent deutscher Akademikerverbände (CDA) zu seinem 10. Akademikertag nach Frankfurt. Am Samstagabend treffen sich die Burschenschaften auf Einladung der Vereinigung der Akademikerverbände Frankfurt/Rhein-Main zum Rhein-Main-Kommers in Darmstadt.

Gegen den Empfang im Frankfurter Römer am Samstag hatte die Fraktion Ökolinx einen Antrag gestellt. Dieser wurde mit der Mehrheit der Regierungskoalition CDU und Grüne im Kulturausschuss abgelehnt. Die linksalternative Fraktion Uffbasse will für die Sitzung des Darmstädter Stadtparlaments am Donnerstag eine aktuelle Stunde beantragen.

Die Darmstädter Grünen zeigten sich am Montag überrascht darüber, dass der Kommers in der Orangerie begangen wird. Der städtische „Eigenbetrieb Bürgerhäuser und Märkte“ habe sie für die Veranstaltung ohne Rücksprache mit dem Magistrat vermietet, weil er keine Bedenken dagegen gesehen habe, sagte der zuständige Dezernent Dierk Molter (FDP) der Frankfurter Rundschau. Der Kommers war ursprünglich im Festsaal der Frankfurter Industrie- und Handelskammer (IHK ) geplant. Nachdem die FR berichtet hatte, dass daran auch rechtsextreme Verbindungen teilnehmen, wurde er abgesagt.

Kaderschmiede für die NPD

In der Kritik steht insbesondere die Teilnahme von Verbindungen des Dachverbandes Deutsche Burschenschaft (DB). Die Gießener Burschenschaft Dresdensia-Rugia machte als Kaderschmiede für die rechtsextreme NPD Schlagzeilen. Bei der Burschenschaft Germania Kassel durfte der mittlerweile gestorbene Neonazi und Rechtsanwalt Jürgen Rieger gegen Ausländer hetzen. Die Burschenschaft Germania-Halle zu Mainz bat Ritterkreuzträger Hajo Herrmann zum Vortrag – hochdekorierter Flieger der Wehrmacht und bis heute unbeirrter Vorkämpfer für die „nationale Sache“.

Darmstadts Dezernent Molter sagte der FR, er könne zwar nicht ausschließen, dass unter den Gästen des Kommers in der Orangerie auch einzelne Verbindungen mit rechtslastiger Gesinnung teilnähmen. Gegen den Gastgeber, der Vereinigung der Akademikerverbände Frankfurt/Rhein-Main, liege jedoch nichts Bedenkliches vor. „Wir haben Erkundigungen beim Verfassungsschutz eingeholt, bislang hat es bei früheren Veranstaltungen keine rechtsradikalen Äußerungen oder Vorkommnisse gegeben“, so Molter. Darmstadts Sozialdezernent Jochen Partsch (Grüne) sagte zu, dass kein offizieller Vertreter der Stadt die Veranstaltung besuche.

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