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Burgfestspiele Bad Vilbel 2018 Liebe und Blut in der Wasserburg

Die Bad Vilbeler Burgfestspiele zeigen 2018 Friedrich Hebbels Trauerspiel „Die Nibelungen“. Das Kindertheater erzählt vom Erwachsenwerden.

Tagebuch der Anne Frank
Auch 2018 im Programm: „Das Tagebuch der Anne Frank“. Foto: Sommer

In der nächsten Festspielsaison wird in der Wasserburg in Bad Vilbel Blut fließen, viel Blut. Glücklicherweise nur auf der Bühne. Mit Friedrich Hebbels Trauerspiel „Die Nibelungen“ führen die Burgfestspiele einen Klassiker aus. In seinen drei Teilen zeigt er Menschen, deren Triebe und Lüste Vernunft und Ethos in die Knie zwingen. Das 1861 uraufgeführte Drama ist eine der am meisten beachteten Bearbeitungen der Nibelungensaga im Theater. Premiere wird das Stück unter der Regie von Milena Paulovics am 22. Juni haben. Es wird nach der vorigen Saison Paulovics‘ zweite Regiearbeit für die Burgfestspiele sein. In diesem Jahr hatte sie „Wie im Himmel“ inszeniert.

Liebe, sagt Intendant Claus-Günther Kunzmann bei der Vorstellung des Festspielprogramms für 2018, sei das Thema, das sich durch die vier neuen Produktionen in der nächsten Spielzeit ziehe. Anders als in Hebbels Trauerspiel wird es in den übrigen Aufführungen auf der Hauptbühne jedoch ausgesprochen heiter zugehen. „Außer Kontrolle“, eine Komödie von Ray Cooney, werde die Lachmuskeln der Gäste strapazieren, sagte Kunzmann. Von einem „Fest für Komödianten“ sprechen die Burgfestspiele in ihrer Programmbroschüre, die in Kürze erscheinen soll. Im Abendprogramm in der Burg gibt es außerdem das Musical „Ein Käfig voller Narren“ von Jerry Herman und die Komödie „Maria, ihm schmeckt’s nicht“ in der Bühnenfassung von Dirk Böhling zu sehen.

„Ziemlich beste Freunde“ haben die Burgfestspiele nach dem Erfolg in dieser Saison abermals in den Spielplan genommen. Die Geschichte einer ungewöhnlichen Männerfreundschaft wollten so viele Menschen sehen, dass sie kurzerhand aus dem Theaterkeller nach oben in die Burg verlegt werden musste.

Dort hebt sich seit 1987 Jahr für Jahr der Vorhang – 2018 zur 32. Spielzeit. Immer mehr Menschen hat es in den zurückliegenden Jahren in die Wasserburg gezogen – abgesehen von dem leichten Rückgang in diesem Jahr, in dem es aber immer noch deutlich mehr als 100 000 waren.

Die Besucher schätzen nicht nur das Ambiente in der von einem Wassergraben umgebenen Burg, deren älteste Bauteile aus dem 12. Jahrhundert stammen. Bei ihnen kommen auch die Inszenierungen hervorragend an. Kontinuierlich haben die Festspiele ihr Angebot ausgeweitet. Seit 1995 wird der Burgkeller für Vorstellungen genutzt, seit 2011 gibt es das Theater für Kinder und Familien. Im kommenden Jahr werden Hänsel und Gretel (Oper), Pippi Langstrumpf (Schauspiel) und Peter Pan (Musical) das junge Publikum mit in ihre Welt nehmen. Das Erwachsen- und Großwerden sei dann das Leitthema, sagte Intendant Kunzmann.

Im Rathaus schmückt man sich angesichts des Erfolgs gerne mit den Burgfestspielen. Und lässt sie sich etwas kosten. Eine erste Rahmenplanung beziffert das Defizit 2018 auf 600 000 Euro. Sie seien ein „Nibelungenschätzchen“, sagt Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) passend zu der Inszenierung im kommenden Jahr. Nach 2015 (Die Päpstin) und 2016 („Der Name der Rose“) soll es dann auch wieder ein Begleitprogramm in der Stadtbibliothek geben. Seinerzeit hatte der Geschichtsverein, dessen Vorsitzender Kunzmann ist, jeweils zu mehreren Vorträgen über die historischen Hintergründe der Stücke eingeladen. Die Nibelungen als deutscher Nationalepos dürften sich dafür eignen.

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