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Nach erster Prognose Schäfer-Gümbel lehnt Große Koalition ab

Der Vizechef der SPD spricht von einer „großen Niederlage“. „Wir brauchen einen programmatischen und organisatorischen Neuanfang“, sagte er zur FR.

Thorsten Schäfer-Gümbel
Thorsten Schäfer-Gümbel ist stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD. Foto: Andreas Arnold

Nach der Bundestagswahl hat der hessische SPD-Vorsitzende und Bundesvize Thorsten Schäfer-Gümbel am Sonntagabend schon kurz nach der ersten Prognose von einer „großen Niederlage“ gesprochen. Er sagte der Frankfurter Rundschau: „Wir brauchen einen programmatischen und organisatorischen Neuanfang.“

„Wenn man mit einem schlechteren Ergebnis aus der Groko kommt als man rein gegangen ist, kann man nicht wieder reingehen“, sagte er der Frankfurter Rundschau. „Unser Auftrag lautet: Oppositionsführerschaft. Der Meinungsstreit über den besten Weg zwischen den beiden Volksparteien muss auch klarer werden.“

„Wir haben nicht das Vertrauen“

2009, 2013, 2017: Dreimal seien die Sozialdemokraten hinter ihren Zielen zurück geblieben. „Wir haben nicht das Vertrauen und die Unterstützung bekommen, die Bundesregierung zu führen“, sagte Schäfer-Gümbel.

Der Auftrag zur Regierungsbildung liege bei der Union und bei Angela Merkel. Schäfer-Gümbel geht davon aus, dass CDU, CSU, FDP und Grüne nun eine Jamaika-Koalition bilden. „Die Freunde der schwarzen Ampel haben in den letzten Wochen zusammen geblinkt, jetzt müssen sie auch zusammen arbeiten“, sagte er.

Der SPD-Vize zeigte sich erschüttert über das Abschneiden der Alternative für Deutschland (AfD): „Dass eine Partei, die Rechtsextremisten in ihren Reihen duldet, erstmals seit 1945 wieder im Bundestag sitzt, ist auch das Ergebnis des Schweigens in diesem Wahlkampf rechts der Mitte. Das darf nie wieder passieren“, sagte er der FR.

„Bitterer Tag für die SPD“ 

Unterdessen hat auch SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz in einer ersten Stellungsnahme einer Großen Koalition eine Absage erteilt. Schulz sagte, es sei „ein schwerer und bitterer Tag für die deutsche Sozialdemokratie“. (mit FR)

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