Lade Inhalte...

Landtagswahl 2018 AfD will in Hessen noch stärker werden

Die Rechtspopulisten der AfD blicken optimistisch auf die hessische Landtagswahl. „Da ist mehr drin in Hessen“, sagte Peter Münch.

Peter Münch
Peter Münch, einer der drei Sprecher des hessischen Landesverbands der AfD. Foto: Michael Schick

Die hessische AfD strotzt vor Selbstbewusstsein. Das vorläufige Endergebnis von knapp zwölf Prozent sei „eine gute Grundlage für die Landtagswahl“, meint Peter Münch, einer der drei Sprecher des Landesverbands. Für das nächste Jahr steht die Neuwahl des Parlaments in Wiesbaden an. Und Münch ist der Auffassung, dass die „Alternative für Deutschland“ (AfD) am Sonntag noch nicht das gesamte Potenzial ausgeschöpft hat. „Da ist mehr drin in Hessen.“

Die Landes-AfD hat Münch am Montag nach Wiesbaden geschickt, um Pressefragen zum Wahlergebnis zu beantworten. Der Rechtsanwalt aus Bad Homburg hat damit kein Problem – obwohl sein Stadtverband ihn in Abwesenheit als Fraktionssprecher abgewählt hat und er beim Wiederholungs-Parteitag von der Liste der aussichtsreichsten Bundestagswahl-Kandidaten geflogen war. Das einstige Mitglied der rechtsextremen Republikaner hat offenkundig ein dickes Fell und will unbedingt Profipolitiker werden. Da das mit der Karriere als Bundestagsabgeordneter demnach nichts wird, könnte Münch sich vorstellen, „mich in die Landespolitik einzuarbeiten“. Viele Parteimitglieder hätten ihn gebeten, sich doch weiter für die Hessen-AfD zu engagieren.

Einige Parteifreunde könnten Petry folgen

„Eine Katastrophe“. Mit diesen Worten kommentiert der Landessprecher die Nachricht vom Vormittag, dass Frauke Petry der Fraktion der Rechtspopulisten im Bundestag nicht angehören will. Diese Entwicklung komme aber nicht unerwartet. Dass dies zu einer Spaltung führe, glaubt Münch nicht. „Der Kern der AfD steht zusammen und macht in Berlin gute Arbeit.“ Auf Nachfrage der FR schließt er aber nicht aus, dass einige Parteifreunde Petry folgen könnten. Auch welche aus Hessen. Etwa Albrecht Glaser, einstiger CDU-Kämmerer von Frankfurt. Oder Joana Cotar, die ebenfalls mit Petry zusammengearbeitet habe.

Außer diesen beiden und Spitzenkandidatin Mariana Harder-Kühnel würden Uwe Schulz und Jan Nolte in den Bundestag einziehen. Auch Martin Hohmann habe es geschafft, der 2004 nach einer als antisemitisch kritisierten Rede aus der CDU ausgeschlossen worden war. Andreas Lichert hingegen wird in der Wetterau bleiben müssen. Der Bad Nauheimer hatte Rechtsextremen beim Erwerb einer Immobilie in Halle geholfen. Münch geht davon aus, dass Lichert mit seinem Listenplatz sieben das Ticket nach Berlin verfehlt hat. Der Landesleiter sieht das auch so.

Nach Darstellung des Landessprechers sind seine Parteifreunde sauber. Sollten Sympathisanten mit rassistischem Gedankengut bekannt werden, kläre er im Telefongespräch, dass die AfD nicht ihre Heimat sei. Das kommuniziere er nicht in der Öffentlichkeit – im Gegenteil zu Petry.

Im Übrigen werde in der Öffentlichkeit mit zweierlei Maß gemessen. Die AfD werde kritisiert, wohingegen die „SED-Nachfolgepartei“ Linke ungeschoren davon komme. „Das sind diejenigen, die auf Menschen geschossen haben.“ Es sei an der Zeit, dass eine „normale rechtskonservative Partei“ wieder in den Bundestag einziehe, so Münch weiter. Die verbalen Ausfälle der Konkurrenz unterstütze die AfD beim Ausbau ihrer Macht. Als Beispiel nennt der Bad Homburger den SPD-Kanzlerkandidaten in der Elefantenrunde am Wahlsonntagabend im Fernsehen: „Uns hilft es, wenn Schulz sich weiter so danebenbenimmt.“

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen