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Bundespräsidentenbesuch Gauck zu Gast in Hessen

Hoher Gast: Bundespräsident Joachim Gauck ist zu seinem offiziellen Antrittsbesuch in Hessen unterwegs. Stationen sind Wiesbaden, Darmstadt, Frankfurt und Hanau, die Heimatstadt seiner Lebensgefährtin.

15.03.2013 10:16
Auf offiziellem Antrittsbesuch in Hessen: Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt vor der Wiesbadener Staatskanzlei. Foto: dpa

Ein Jahr nach seiner Wahl hat Bundespräsident Joachim Gauck Hessen seinen offiziellen Antrittsbesuch abgestattet. „Daniela Schadt und ich, wir sind glücklich, heute in Hessen zu sein“, sagte Gauck, der am Freitag bei dem eintägigen Besuch von seiner Lebensgefährtin begleitet wurde. Bei der Begrüßung durch Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) in der Wiesbadener Staatskanzlei rief Gauck zu bürgerschaftlichem Engagement auf: „Das Land lebt nicht nur von Institutionen, sondern von gelebtem Bürgersinn.“

Nach dem Treffen mit Vertretern von Regierung, Landtag und Staatsgerichtshof trug sich Gauck im Wiesbadener Kurhaus in das Goldene Buch der Stadt ein. Regierungschef Bouffier stellte in einer kurzen Ansprache die zentrale Rolle Hessens in Deutschland heraus: „Herr Bundespräsident, wir sind mittendrin“, sagte er. „Wir sind eine starke Region, wir sind selbstbewusst, aber nicht überheblich.“ Hessen stelle sich dem Wettbewerb mit anderen Ländern.

Vor dem Kurhaus forderten etwa drei Dutzend Fluglärmgegner, die neue Landebahn am Frankfurter Flughafen stillzulegen. Sie beschallten den Platz mit Fluglärm vom Band und riefen: „Es ist zu laut, Herr Präsident! Die Bahn muss weg, Herr Präsident!“ Das von starken Polizeikräften bewachte Staatsoberhaupt sprach indes nicht mit den Demonstranten. „Der Bundespräsident hat mit diesem Thema nichts zu tun“, sagte Gauck zu Journalisten.

Bundespräsident ruft zu Gelassenheit auf

Im hessischen Doppelwahljahr mit Bundestags- und Landtagswahl am 22. September rief der Präsident zu politischer Gelassenheit auf. „Manche haben dann die Eigenschaft, in kräftigen Farben entweder Glück oder Elend auszumalen. Das wird für uns Bürger in Deutschland alle ein bisschen stressig“, sagte er. „Aber wir haben die bisherigen Wahlkämpfe überlebt.“

Auf seiner nächsten Station in Darmstadt wurde Gauck von Schülern des Lichtenberg-Gymnasiums stürmisch begrüßt. Sie ließen sich ein Autogramm geben, vom Bundespräsidenten in den Arm nehmen und machten mit Handys Erinnerungsfotos. „Ich habe das schon ein paar Mal erlebt, aber hier ist es besonders herzlich“, sagte Gauck. Ein Chor begrüßte ihn und Ministerpräsident Bouffier mit einem „Europa“-Lied. Gauck sprach dann mit Schülern der elften Klasse über Engagement und Demokratie. Er regte an, Verantwortung zu tragen: „Das kommt nicht vom Zugucken, sondern vom Mitreden.“

Am Frankfurter Mainufer will Gauck dann am Nachmittag das Deutsche Architekturmuseum besichtigen und sich in der Ausstellung „Netzwerk Wohnen“ über Konzepte für das generationenübergreifende Wohnen unter einem Dach informieren. Zudem stellt sich die Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ vor, die auf eine Initiative Bouffiers zurückgeht. Nach Angaben der Staatskanzlei hat sie in knapp eineinhalb Jahren 16 Projekte auf den Weg gebracht. Ziel der Stiftung ist es, private Initiative und bürgerschaftliches Engagement im Land Hessen zu fördern.
Zum Abschluss des Hessenbesuchs ist in Daniela Schadts Heimatstadt Hanau ein Empfang für Bürger geplant, bei dem ehrenamtlich engagierte Hessen mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet werden sollen.

Mehrheit der Deutschen zufrieden mit Gauck

Gauck war auch früher schon zu Terminen in Hessen. So eröffnete er im vergangenen Juni die documenta (13) in Kassel. Ein neu gewählter Bundespräsident stattet aber jedem Bundesland einen offiziellen Antrittsbesuch ab, um Bürger und die politische Führung kennenzulernen.

Rund ein Jahr nach der Wahl Gaucks zum Bundespräsidenten ist eine knappe Mehrheit der Deutschen zufrieden mit seiner Arbeit. 22 Prozent der Teilnehmer einer YouGov-Umfrage beurteilen die Arbeit des Bundespräsidenten negativ, 51 Prozent der Befragten waren dagegen mit seiner Amtsführung zufrieden, berichtet die „Bild“-Zeitung in ihrer Samstags-Ausgabe. Der Rest ist unentschieden. (dpa/luri)

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