Lade Inhalte...

Bürgermeisterwahl in Steinbach Einig gegen Frankfurts Stadtteilpläne

Drei Kandidaten bewerben sich in Steinbach um die Nachfolge des scheidenden Bürgermeisters Stefan Naas.

Wahl
Ein Mann sitzt in einer Wahlkabine. Foto: Peter Endig/Archiv

Am heutigen Donnerstag hat Stefan Naas (FDP) offiziell seinen letzten Arbeitstag als Bürgermeister von Steinbach. Nach neun Jahren verabschiedet sich der 45-Jährige, im Januar wird er als Abgeordneter in den neuen Hessischen Landtag einziehen.

Naas hatte sich in den vergangenen Jahren als Gegenspieler von Frankfurts Stadtplanungsdezernent Mike Josef (SPD) profiliert und lautstark die Pläne von Steinbachs großer Nachbarstadt kritisiert, einen neuen Stadtteil auch westlich der A5 errichten zu wollen. Die Autobahn galt ihm als „natürliche Grenze“ zwischen Frankfurt und dem Vordertaunus.

Große Hoffnung, dass es mit dem Abschied von Naas einfacher werden könnte, sollte sich im Römer aber niemand machen. Denn die drei Kandidaten, die sich um die Nachfolge des FDP-Politikers bewerben, beziehen ebenfalls klar Stellung gegen eine Wohnbebauung westlich der A5: Von einer „Trabantenstadt“ spricht Naas’ Parteifreundin Astrid Gemke, von einem „ungeeigneten Vorhaben“ Moritz Kletzka (SPD), und Steffen Bonk (CDU) warnt vor der Gefahr eines „Siedlungsbreis“ zwischen den beiden ungleichen Kommunen.

Alle drei Parteien haben schon Bürgermeister in Steinbach gestellt. Insofern verspricht die Wahl, die wohl auf den 24. März 2019 terminiert wird, einiges an Spannung. Zumal politisch in der 10 500-Einwohner-Kommune ohnehin einiges anders läuft als anderswo.

Denn nicht nur der Rathauschef stammt aus der FDP, die Partei stellt auch die mit Abstand stärkste Fraktion im Stadtparlament. Bei der Kommunalwahl 2016 holten die Liberalen im finanziell nicht auf Rosen gebetteten Steinbach 39 Prozent der Stimmen.

Ein Pfund, mit dem Astrid Gemke wuchern kann, die seit 2014 Vorsitzende der zwölfköpfigen FDP-Fraktion ist. Gleichzeitig möchte sie aber auch für eine Premiere sorgen: „Die Stadt ist reif für eine Bürgermeisterin“, findet die 51-Jährige.

Inhaltlich will sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärken, etwa durch flexiblere Betreuungszeiten in den Kindertagesstätten. „Das ist den Eltern unglaublich wichtig.“ Außerdem will sie die Bürger stärker in das politische Geschehen einbinden und gemeinsam Ideen für die Zukunft der Stadt entwickeln.

Als kaufmännische Angestellte in der Reisebranche kann Gemke bislang allerdings keine Verwaltungserfahrung vorweisen. Im Gegensatz zu dem Kandidaten der CDU, Steffen Bonk, der seit 2011 Hauptamtsleiter im Steinbacher Rathaus ist.

Sollte er gewählt werden, könne er bei vielen Themen für einen „nahtlosen Übergang“ sorgen, wirbt der 38-Jährige für sich. Das sei vor allem bei einigen anstehenden Großprojekten wie der Sanierung von Rathaus und Feuerwehrgerätehaus ein Vorteil, betont er. Bei der Finanzierung setzt er auf Zuschüsse aus dem Programm Soziale Stadt. Außerdem sei eine dritte Kindertagesstätte dringend nötig.

Als CDU-Politiker hätte Steffen Bonk im Fall seiner Wahl eine Mehrheit im Stadtparlament gegen sich, in dem FDP und SPD koalieren. Bonk sei aber ein „Brückenbauer“, betont der CDU-Vorsitzende Johnny Kumar, das habe er als Stadtverordnetenvorsteher in seinem Heimatort Flörsheim bewiesen. Im Fall seiner Wahl werde er mit seiner Lebensgefährtin nach Steinbach umziehen, sagt Bonk zu.

Das muss Moritz Kletzka nicht. Der 26-Jährige sei ein „waschechter Steinbacher“ wirbt Alt-Bürgermeister Walter Herbst für den Kandidaten der SPD. Als stellvertretender Vereinsringvorsitzender ist Kletzka zudem gut vernetzt.

Im Wahlkampf punkten möchte er mit einer Belebung der Stadtmitte durch Cafés und Abendveranstaltungen für alle Generationen. Aber auch ansonsten will Kletzka die Bürger stärker aktivieren – so soll etwa ein Stadtelternbeirat bei Problemen mit der Kinderbetreuung mitreden können.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen