Lade Inhalte...

Buddhisten Frankfurt als Gründungsort

1955 schlossen sich die ersten Buddhisten in Deutschland zusammen. Allein in Frankfurt und dem Umland sind 32 buddhistische Gruppen bekannt.

28.05.2009 00:05

Wie viele sie sind, das wissen sie selbst nicht so genau. "Wir sind auf Schätzungen angewiesen", sagt Gisela Behr, die mit Freunden 2005 das Tibethaus Deutschland gegründet hat. Diese Schätzungen sagen, dass in Deutschland etwa 250.000 Buddhisten leben. Allein in Frankfurt und dem Umland sind 32 buddhistische Gruppen bekannt.

Niemand aber kann sagen, wie viele Menschen mit der fernöstlichen Religion und insbesondere mit deren bekanntestem Protagonisten, dem Dalai Lama, sympathisieren. Es müssen viele sein, denn selbst die Vorträge weniger prominenter tibetischer Lehrer, etwa die von Sogyal Rinpoche, sind stets ausverkauft.

Die Tradition der Buddhisten in Deutschland wurde in Frankfurt mit begründet. Bereits 1955 schlossen sich damals sechs Gruppen zur Deutschen Buddhistischen Union zusammen.

Die Zahl der Mitgliedsgruppen ist inzwischen auf mehr als 60 angewachsen. Das Interesse der Menschen am Buddhismus beruhe auf der großen Freiheit, die diese Religion biete, meint der Buddhist und Wirtschaftsprofessor Karl-Heinz Brodbeck (Würzburg). "Da heißt es nicht, du musst ein besserer Mensch werden, sondern es gibt eine Methode, mit der man ein glücklicher Mensch werden kann."

Diese Freiheit und Toleranz, für die auch der Dalai Lama steht, wissen offenbar auch viele Christen zu schätzen. In seinen Vorträgen warnt das geistige Oberhaupt der Tibeter seine Zuhörer immer wieder davor, ihre Religion einfach über Bord zu werfen. Diese anti-missionarische Einstellung kommt gerade bei westlich geprägten Menschen gut an. Seit 30 Jahren ist in Frankfurt der Verein "Frankfurter Ring" aktiv, er lud buddhistische Lehrer nach Frankfurt ein. Gegründet hat ihn der Zen-Meister, Philosoph und Psychologe Karlfried Graf Dürckheim.

Seit 1983 bietet der Verein Shambala Meditationen an, 1999 wurde das Zentrum in Sachsenhausen eröffnet. Bekanntester Treffpunkt der Buddhisten ist jedoch die Pagode Phat Hue an der Hanauer Landstraße, ein großes Zentrum mit Kloster und allerlei Seminar- und Kursangeboten. Ein Stück weiter stadteinwärts residiert ein weiteres Zentrum, Fo Guang Shan.

Auch die Tibetische Kultur in Deutschland wird von Frankfurt aus gefördert, in der Kaufunger Straße in Bockenheim öffnete 2005 das Tibethaus Deutschland. (emem)

Zur Startseite

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum