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Bockenheim Neues zwischen Kleine Seestraße und Friesengasse

Die meisten Bockenheimer wollten schlicht den kleinen Hammering Man zurück. Jetzt bekommen sie außerdem einen neuen Hülya-Platz. Von Kim Behrend

19.08.2009 00:08
Kim Behrend
Die einen wollen den Eisernen Mann immer noch zurück haben, die anderen nicht. Foto: AP

Wie der Ortsvorsteher Walter Bromba berichtet, hat die Stadt Frankfurt nach dem Hin und Her der vergangenen zwei Jahre, den Platz in das Projekt "Schöneres Frankfurt" aufgenommen. Nun liegt es am Stadtplanungsamt, ein Gestaltungskonzept zu erarbeiten, in dem dann auch ein neues Denkmal für den Platz integriert sein soll. Zuvor hatten sich "fünf verschiedene Ämter" mit dem Vorgang befasst.

Obwohl jetzt die Zuständigkeit nur noch bei einem Amt liegt, wird es trotzdem dauern, bis ein Ersatz für das hämmernde Männchen gefunden ist. "Zunächst muss", sagt Bromba, "ein Gestaltungskonzept gefunden werden."

In dem soll nicht nur der kleine Platz zwischen Kleiner Seestraße und Friesengasse berücksichtigt werden. Die Sitzbankprobleme von der Kaufunger Straße sowie das Parkplatzchaos vor dem Altenheim auf der Kleinen Seestraße wolle die Stadt dabei ebenfalls angehen und wenigstens der Ortsvorsteher findet das auch gut so: "Es wäre einfach unsinnig, das einzeln zu machen", der Platz werde durch die Umgestaltung "sehr stark aufgewertet".

Die Ortsbeiräte der Linken indes brennen seit der Verschrottung des Hammering Man darauf, dass möglichst schnell Ersatz aufgestellt wird. Ihnen wäre es am liebsten, das würde wieder in die Hände jener gelegt, die den Hammering Man einst schufen. Ein Künstler aus den Reihen der Antifaschistischen/Antirassistischen Stadtteilgruppe hatte angeboten, aus einer Metallplatte die Umrisse des Hammering Man neu herauszufräsen. Ohne mobile Teile, Ecken und Kanten garantiert kindersicher und kostenfreundlich. Rund 5000 Euro hatte er für seine Arbeiten veranschlagt.

Stadt gegen Hammering Man

Das Denkmalamt aber hatte davon nichts wissen wollen: Die Stadt habe das alte Denkmal, das vor rund 14 Jahren in einer Nacht - und Nebelaktion auf dem Platz installiert worden war, stets nur geduldet. Jetzt, da es habe verschrottet werden müssen, solle kein Ersatz mehr her. Vielmehr solle eine Bodenplatte an den Brandanschlag erinnern, den Neonazis 1993 in Solingen begangen hatten. Bei diesem war die neunjährige Hülya Genc ums Leben gekommen. Die Stadt Frankfurt hatte den Platz 1999 nach dem Mädchen benannt.

Nachdem aber der Ortsbeirat darauf drängte, die Stadt möge einen Nachfolger für das Denkmal suchen, ist der gesamte Platz in das Programm "Schöneres Frankfurt" aufgenommen worden. Ein Entwurf für ein Denkmal liege auch schon vor. Diesen hat, wie Bromba sagt, ein türkischer Künstler gemeinsam mit der Städelschule ausgearbeitet. Der Entwurf habe der Stadt aber in seiner ersten Form nicht zugesagt. Deswegen werde auch er jetzt in Abstimmung mit den Arbeiten am Gestaltungskonzept überarbeitet.

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