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Biogroßhändler Bio-Handel in Schweizer Hand

Eine Schweizer Holding übernimmt den Biogroßhändler Phoenix Naturkost, der letztes Jahr Insolvenz anmeldete. Das in Rosbach ansässige Großhändlerbeliefert seit 35 Jahren Bioläden, Restaurants und Reformhäuser im Rhein-Main-Gebiet.

Die ehemalige hessische Umweltministerin beim mittlerweile insolventen und übernommenen Naturkostgroßhändler Phönix in Rosbach. Foto: Sascha Rheker

Der Biogroßhändler Phoenix Naturkost, der Bioläden in der Region beliefert, ist gerettet. Das Unternehmen, das zur Mibusa-Gruppe gehörte, hatte im Juli vorläufige Insolvenz angemeldet. Ein Schweizer Investor aus der Biobranche hat das Unternehmen nun gekauft.

Der neue Eigentümer, die Bio Development Holding AG (BDH) aus der Schweiz, sei an einem langfristigen Engagement in der regionalen Biowirtschaft interessiert, sagt Joerg Weber, Unternehmenssprecher bei Phoenix Naturkost. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, sagt Insolvenzverwalter Georg Bernsau, der Investoren für die insolvente Mibusa-Gruppe gesucht hat. Die BDH hat neben Phoenix Naturkost noch vier weitere Mibusa-Gesellschaften übernommen. Von den 111 betroffenen Mitarbeitern würden 87 weiterbeschäftigt. 13 seien auf eigenen Wunsch ausgeschieden und einige weitere in eine Transfergesellschaft gewechselt, so Bernsau.

Gruppe hat sich übernommen

Phoenix Naturkost mit Sitz in Rosbach gehört zu den Biogroßhändlern der ersten Stunde und beliefert seit 35 Jahren Bioläden, Restaurants und Reformhäuser im Rhein-Main-Gebiet. Etwa 200 bis 300 Kunden würden regelmäßig mit frischem Obst, Gemüse und anderen Bioprodukten beliefert, so Unternehmenssprecher Weber. 30 bis 35 Prozent der Waren stammten von Biohöfen im nahen Umkreis von 50 Kilometern.

Vor vier Jahren war die Mibusa AG aus Taunusstein, deren Tochtergesellschaften teils auch konventionell hergestellte Lebensmittel wie beispielsweise Molkereiprodukte vertreiben, als Mehrheitsgesellschafter bei Phoenix eingestiegen. Gemeinsam wollten beide Unternehmen auf dem Firmengelände der ehemaligen Rosbacher Brunnen in Rosbach ein modernes Zentrum für den Biohandel aufbauen, Produktion und Handel zusammenführen und damit der wachsenden Nachfrage auf dem Biomarkt Rechnung tragen. Das Großprojekt, das Anfang vergangenen Jahres fertig geworden war, sollte richtungsweisend für die Biowirtschaft in Deutschland werden: Mehr als zehn Millionen Euro wurden auf einem 11 000 Quadratmeter großen Gebäudekomplex in Produktionsanlagen für Bäckerei, Molkerei, Metzgerei und in moderne Kühlhäuser investiert

Doch offenbar hatte sich die Mibusa-Gruppe mit dem Projekt übernommen: „Erhebliche Steigerungen der Baukosten sowie zu geringe Wachstumsraten der Erträge“, so erklärt Insolvenzverwalter Bernsau, hätten zu der wirtschaftlichen Schieflage geführt. Im Juli stellte die Mibusa-Gruppe mit ihren neun Gesellschaften einen Insolvenzantrag.

Für zwei weitere Gesellschaften der Mibusa AG sucht der Insolvenzverwalter weiter nach Investoren. Eine von ihnen ist der Biocaterer Nykke & Kokki, der auch das vor kurzem geschlossene Restaurant „Table“ in der Frankfurter Schirn betrieben hatte. Insolvenzverwalter Bernsau geht davon aus, dass die anderen beiden Geschäftsfelder von Nykke & Kokki, das Restaurant am Flughafen Frankfurt und der Cateringbetrieb erhalten bleiben. „Wir verhandeln derzeit mit potenziellen Investoren“, sagt er.
Bei Phoenix Naturkost, sagt Unternehmenssprecher Joerg Weber, sei diese Phase der Unsicherheit überstanden. „Die Mitarbeiter sind sehr froh, dass ein Investor aus dem Bioumfeld zum Zuge kam“, sagt er.

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