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Besetzung in Kassel Polizei räumt Uni-Gelände in Kassel

1. Update Mit einem Großaufgebot räumt die Polizei in Kassel ein besetztes Universitätsgelände.

Räumung
Polizeieinsatz auf dem Universitätsgelände. Foto: Gören Gehlen (dpa)

Mit einem Großaufgebot räumt die Polizei in Kassel ein besetztes Universitätsgelände. Bereitschaftspolizisten durchsuchten am frühen Montagmorgen mehrere eigentlich leerstehende Gebäude und stellten die Identität der Hausbesetzer fest, wie ein Sprecher mitteilte. Diese sollten anschließend das Gelände verlassen. Die Räumung verlief nach Angaben der Polizei weitestgehend friedlich. 13 Männer und drei Frauen verließen das Gelände freiwillig, ein Besetzer ließ sich wegtragen. Ein Polizeihubschrauber kreiste über dem Areal.

Eine Frau litt im Zuge der Durchsuchungen unter Atemproblemen. Sie wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Im Anschluss versuchte ein Mann, trotz einer Absperrung der Polizei zurück in die baufälligen Gebäude zu gelangen. Weil ihm der Zutritt verweigert wurde, leistete er laut Polizeiangaben Widerstand. Zudem wurden gegen vier Personen Strafanzeigen wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz erlassen.

Im Zentrum der Besetzung und der Räumung steht die baufällige „Villa Rühl“ . Nach Angaben der Aktivisten steht das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert seit mehr als zehn Jahren leer. Sie hätten das Ziel verfolgt, mit der Hochschule in Verhandlungen zu treten über die Einrichtung eines Zentrums für Kultur, Kunst und Politik abseits kommerzieller Interessen. Das erklären die Besetzer in einem Blogeintrag. Demnach gehört die baufällige „Villa Rühl“ dem Land Hessen und  wird von der Universität Kassel verwaltet. Die Universität hatte vor der Räumung Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung gestellt.

Stadtverordnete der Linken in Kassel unterstützen die Aktivisten ausdrücklich und protestieren gegen die Räumung. Das Projekt in der Villa habe die Möglichkeit geboten, sich  miteinander auszutauschen, Musik zu machen oder zu hören, politisch zu diskutieren oder einfach zu treffen. „Diese Chance sollten die Unileitung und Stadt Kassel nach der Schließung diverser unabhängiger Kultureinrichtungen nicht ungenutzt vorbeiziehen lassen”, so Simon Aulepp, Stadtverordneter der Kasseler Linken. (mit dpa)

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