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Baugewerbe Roland Kochs Klagelied

Der frühere hessische Ministerpräsident (CDU) bedauert die Proteste gegen Bauvorhaben allerorten. Im Bürozentrum "Squaire" am Flughafen ruft er dazu auf, es dem Rest der Welt gleichzutun und nicht immer alles neue abzulehnen.

Baumanager Koch will höher hinaus. Foto: dpa

Ob es der Frankfurter Flughafen ist, das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 oder ein Bebauungsplan in der Nachbarschaft – überall stoßen Bauvorhaben auf Widerstand. Darüber hat der frühere hessische Ministerpräsident und heutige Bilfinger-Chef Roland Koch (CDU) am Donnerstag gemeinsam mit anderen Vertretern der Bauindustrie geklagt.

„Alle um uns herum versuchen, sich zu entwickeln und wir versuchen zu verhindern, dass sich etwas entwickelt“, sagte Koch bei einer Veranstaltung des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen. In seinem früheren Wahlkreis im Main-Taunus-Kreis sei in den vergangenen zehn Jahren jeder Bebauungsplan abgelehnt worden, wenn in einem Bürgerentscheid darüber abgestimmt worden sei. Das zeige die Stimmung – der Protest gegen Stuttgart 21 sei nur „die Spitze des Eisbergs“.

Symbolträchtiger Flughafen

Der Industrieverband hatte an einen symbolträchtigen Ort eingeladen: das Bürozentrum „Squaire“ am Frankfurter Flughafen. Airport-Chef Stefan Schulte lobte den Gastredner. Der Ausbau des Flughafens sei deshalb gutgegangen, weil Koch Vorsitzender des Aufsichtsrats gewesen sei. Kaum ein Redner verkniff sich den Vergleich mit Berlin, wo der Ausbau nicht vorankommt.

Auf dem Podium und im Publikum stieß Koch auf Zustimmung. Dort waren viele Politiker von CDU und FDP vertreten, vom hessischen Wirtschaftsminister Florian Rentsch (FDP) über den thüringischen Bauminister Christian Carius (CDU) bis zur früheren Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU). Koch sagte, die Politik müsse um die Akzeptanz von Bauprojekten ringen. Dabei gehe es um die Zukunft kommender Generationen. Am Beispiel der Krisenländer Südeuropas mit ihrer hohen Arbeitslosigkeit könne man sehen, wohin „fehlende Strukturpolitik“ führe.

In die Verantwortung nahm Konzernlenker Koch auch die Kollegen aus den Unternehmen. Sie sollten ihre Zehntausende von Beschäftigten als „Botschafter“ nutzen, die für Vertrauen in die Notwendigkeit von Bauprojekten werben könnten.

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