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Bad Vilbeler Markt Abschied für den Marktmeister

Klaus Zeller betreut seit 16 Jahren die Beschicker des Vilbeler Marktes.

Bad Vilbeler Markt
HipHop Fly: eines von vielen Fahrgeschäften auf dem 198. Bad Vilbeler Markt. Foto: Michael Schick

Für Klaus Zeller ist dieser Bad Vilbeler Markt ein besonderer, obwohl man es dem 64-Jährigen nicht gerade anmerkt, wenn er gemütlich, die Marktbeschicker grüßend, an den Ständen vorbeigeht. An den Markttagen ist er von morgens bis nachts vor Ort. Ob Imbiss- oder Riesenrad-Betreiber, alle kennen den Mann im orangefarbenen Hemd mit der Aufschrift „Marktverwaltung“. Seit 16 Jahren ist Zeller der Technische Marktmeister des größten Volksfestes in der Wetterau. In dieser Funktion ist es sein letzter Markt. Er geht in Rente, offiziell zum 31. Oktober 2019, doch angesichts von Überstunden und Urlaub werde er wohl schon am 31. Juli aufhören.

Zeller sorgt dafür, dass alle Stände an ihrem Platz stehen und über die benötigten Wasser- und Stromanschlüsse verfügen. Und er ist Ansprechpartner für die Marktbeschicker und Schausteller, wenn es irgendwo hakt, etwa der Strom ausgefallen oder eine Leitung verstopft ist. Er kontrolliert auch, ob an den Ständen wirklich die Waren verkauft werden, die angekündigt wurden. Plötzlich und unabgesprochen Lederwaren anstelle von Kleidung anzubieten, das gehe nicht. Schließlich achte man bei der Auswahl der Stände ja darauf, dass am Ende die Mischung stimmt. Kontrollieren ist für Zeller auch eine Haupttätigkeit, wenn kein Vilbeler Markt ist. Dann arbeitet er als Ordnungspolizist bei der Stadt.

Die Uniform tauscht Zeller aber schon zwei Wochen vor Marktbeginn gegen das orangefarbene Hemd. Dann bezieht er ein kleines Büro am Haupteingang des Marktes, markiert mit Farbe die Plätze der verschiedenen Attraktionen, begrüßt Schausteller, die schon erste Dinge deponieren. „Mein Part ist, dass hier alles funktioniert.“ Habe der Markt begonnen, sei der größte Teil der Arbeit vorbei.

Dabei ist die Verteilung der Standplätze schwieriger, als man denken könnte. Die Buden und Fahrgeschäfte sind unterschiedlich groß, benötigen Platz für die Wohnwagen, in denen die Mitarbeiter schlafen, und der Strom- und Wasserbedarf ist jeweils verschieden. Zudem sei die Verteilung wegen der vorgegebenen Wege auf dem Marktgelände schwieriger als auf einem reinen Schotterplatz. Der Bad Vilbeler Zeller meistert dieser Schwierigkeiten dennoch von Jahr zu Jahr – auch weil er nicht jedes Mal ganz von vorne anfangen muss. 80 Prozent seien „Stammbeschicker“, manche kämen schon seit mehr als 60 Jahren. Nur 20 Prozent, schätzt der Marktmeister, seien jedes Mal neu.

Vielseitiger sei der Markt in den letzten Jahren geworden, antwortet Zeller auf die Frage, was sich in seiner Zeit als Marktmeister geändert habe. Und mehr Beschicker als früher würden Wert auf die Optik ihrer Stände legen. Das demonstriert er gern an seinem Lieblingsimbiss in Holzoptik. Dort gibt es Champignons aus der Pfanne mit verschiedenen Soßen. Davon könne er kaum genug bekommen. Als er vor 16 Jahren angefangen habe, habe es nur Wurst, Pommes und Nierengulasch gegeben, mittlerweile bekomme man ungarische Lángos oder frittierten Blumenkohl. Mindestens wegen der Champignons wird Zeller dem Markt wohl auch als privater Besucher erhalten bleiben.

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