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Bad Vilbel Vollmundige Versprechen zu „Smart City“

„Wohn- und Arbeitsquartier der Zukunft“: Investor Jörg-Peter Schultheis stellt das 600 Millionen Euro teure „Smart City Spring Park Valley“ im Baugebiet Quellenpark vor.

Spring Park Valley
Auf 90 000 Quadratmetern soll in Bad Vilbel das Spring Park Valley entstehen. Foto: Cesa

Was der Bad Homburger Unternehmer Jörg-Peter Schultheis am Dienstag im Bauausschuss in Bad Vilbel vorstellte, musste man erst mal sacken lassen. Die Pläne für die von ihm ersonnene „Smart City Spring Park Valley“ im Baugebiet Quellenpark strotzten nur so vor großen Ankündigungen. Mancher Stadtverordneter wirkte regelrecht erschlagen bei dem, was Schultheis von sich gab.

Als einer Mitarbeiterin der Berliner Cesa-Unternehmensgruppe dann auch noch die Zahl von bis zu 8000 Arbeitsplätzen entfuhr, die dort entstehen sollen, zeigte sich der zuständige Bad Vilbeler Stadtrat Klaus Minkel (CDU) denn auch sichtlich verstimmt. Er muss geahnt haben, dass die Öffentlichkeit den Erfolg des Projektes einmal auch an dieser Zahl messen wird. Auf fast 90.000 Quadratmetern wollen Cesa und Schultheis ein Wohn- und Arbeitsquartier der Zukunft errichten. Die Architektur, das stadtplanerische Konzept, die Technik, die Kommunikation der Einwohner und Arbeitnehmer – all das soll mit der Gegenwart nur noch begrenzt zu tun haben. 600 Millionen Euro beträgt Cesa zufolge das Investitionsvolumen. Es wäre laut Minkel die größte je in der Stadt getätigte Investition.

Zehn Baukörper mit viel Glas, Wasserflächen, begrünte und bepflanzte Dächer und geschwungene Gebäudeformen soll es geben. Tiefgaragen, ein Parkhaus mit E-Ladestationen, ein weiteres Hotel, eine private Kita, Gastronomie, Läden, Wohnungen und ein Boarding House sind vorgesehen. Wo das alles einmal sein wird im Quartier, ist offen. Die Ideen sprudelten am Dienstag nur so heraus aus Schultheis.

Autonome Shuttles, so Schultheis, sollen Besucher und Bewohner der Smart City vom nahe gelegenen S-Bahnhof abholen und innerhalb des Quartiers verkehren. Open-Space-Büros machten den eigenen festen Schreibtische überflüssig. Die Mitarbeiter, meint der Investor, könnten sich so immer dort aufhalten, wo es für sie gerade am besten ist. Ein 5G-Turbo-Netz und Glasfaser sollen Standard im Spring Park Valley sein, Daten mithilfe einer App in einer sicheren Cloud unter Kollegen ausgetauscht werden. Über ein mit Wasserstoff-Zellen betriebenes Kraftwerk und Solarenergie will Schultheis das Quartier energetisch autonom aufstellen.

Schultheis: „Das Interesse ist gigantisch“

In dem rund 800 000 Quadratmeter großen Quellenpark befindet es sich westlich des Areals, das die Henninger-Quartier-Gesellschaft erworben hat und das unmittelbar an den Nordbahnhof grenzt. Der Unternehmer hatte dort schon mal Karten im Spiel gehabt. Das war 2015, als er auf einer Fläche, die dreimal so groß war wie die nun beplante „Europas größtes Innovationszentrum“, das „Silicon Valley of Europe“, plante. Es war allerdings nicht mehr genug Fläche da, beim Bieten für ein kleineres Gebiet zog Schultheis den Kürzeren. Trotzdem gab er nicht auf und vermittelte den Deal zwischen Stadt und Cesa. „Herr Schultheis hat sich ganz besondere Verdienste erworben durch seine Hartnäckigkeit“, kommentierte das Minkel im Ausschuss.

Start-Ups, deutsche und internationale Unternehmen, auch Forschungseinrichtungen würden Schultheis und Cesa am liebsten als Mieter sehen. „Das Interesse ist gigantisch“, so Schultheis. Namen blieb der Unternehmer bislang schuldig. Auch auf Nachfrage des Ausschuss-Vorsitzenden Jens Völker (CDU) wollte er keine nennen. Warum junge, dynamische Unternehmen ausgerechnet nach Bad Vilbel kommen sollten, wollte dieser wissen. „Wir sind nicht nur in Bad Vilbel, wir sind in der Mitte Europas, neben der finanzstärksten Metropole“, war Schultheis’ Antwort.

Ob diese Rechnung aufgeht, da ist dem Vernehmen nach so mancher Stadtverordneter skeptisch. Was, wenn sich nicht genügend Unternehmen und Mieter finden? Cesa und Schultheis gehen dementsprechend vorsichtig vor. Zunächst wollen sie nur einen Teil der Gewerbeflächen, 42 000 Quadratmeter, entwickeln. 2019 will die eigens gegründete Projektgesellschaft Cesa Spring Park damit anfangen.

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