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Bad Vilbel Musikportal für Bibliothek

Die Stadtbücherei in Bad Vilbel stärkt ihr Musikangebot. Dafür setzt sie auf ein neues Streaming- und Download-Portal aus den Vereinigten Staaten.

Bad Vilbel
Jeden Tag besuchen im Schnitt 1000 Menschen die Stadtbibliothek über der Nidda. Foto: Renate Hoyer

Die trauen sich halt mal was“, sagt Alexander Budjan. Schon vor dem hessischen Bibliothekstag im Mai 2014 in Bad Vilbel nannte der Leiter der hessischen Fachstelle für öffentliche Bibliotheken die ein halbes Jahr zuvor eröffnete Stadtbibliothek am Niddaplatz „richtungsweisend“. Budjans Einschätzung gilt nicht nur für die Architektur des lichtdurchfluteten Brückengebäudes über der Nidda.

„Richtungsweisend“ will die Bibliothek, die kürzlich den hessischen Bibliothekspreis erhielt, vor allem mit ihrer Ausstattung sein. Es gibt W-Lan im Gebäude, drei PCs, zehn Leih-iPads für den Gebrauch in der Bibliothek sowie ein Smartboard im Jugendbereich. „Wir müssen am Ball bleiben“, sagt Leiterin Bettina Hoppmann-Schrader. Filme und Blue-rays liefen noch super gut. „Musik-CDs werden nicht mehr so nachgefragt.“ Hörbücher, Filme, Musik-CDs, Konsolenspiele und CD-ROMs machten einen Anteil von über 30 Prozent des Bestandes aus.

Zehn Prozent ihres Medienetats von 90 000 Euro im Jahr zahlt die Bibliothek an den Onleihe-Verbund Hessen, 24 Stunden können die Nutzer dort zwischen mehr als 120 000 Medien wählen. Zehn Prozent der Ausleihen in Bad Vilbel waren 2016 solche Onleihen.

Doch während der Onleihe-Verbund bei den Büchern ein breites Spektrum an Genres für viele Alterstufen bereithält, sieht es bei der Musik eher mau aus. Klassik, Oldies und Jazz dominieren. Im Onleihe-Katalog sei das Musik-Angebot nur spärlich, so Hoppmann-Schrader.

Um auch hier am Ball zu bleiben, geht die Stadtbibliothek nun einen eigenen Weg und hat ein neues Angebot für ihre Nutzer geschaffen. Die können seit wenigen Tagen auf die Musik-Streaming-Plattform „freegal music“ zugreifen. Auf der Homepage weist die Bücherei auf die Neuerung hin: Gratis Musik-Downloads und Streaming für Bibliotheksnutzer – mehr als elf Millionen Musiktitel. Die Macher von „freegal music“ sitzen in den USA. Das Unternehmen aus Virginia heißt Library Ideas. Die Inhalte des Streaming-Portals stammen nach Firmenangaben aus Verträgen mit mehr als 28 000 Musik-Labels, einschließlich derer von Sony Music Entertainment, einem der drei weltweit größten Musik-Labels. Die Stadtbibliothek hat mit der Firma aus Virginia direkt verhandelt. Drei Stunden streamen können die Nutzer nun am Tag, drei Titel können sie in der Woche herunterladen. Wie viel sich die Bibliothek das neue Angebot kosten lässt, möchte die Leiterin nicht verraten.

Seit vergangenem Jahr bieten immer mehr Bibliotheken in Deutschland „freegal music“ an. In Hessen ist die Bad Vilbeler die erste. Weitere wollen folgen, zum Beispiel in Wetzlar. Jürgen Hölzer vom Deutschen Bibliotheksverband in Hessen spricht von einem „interessanten Angebot“. „Das bedient eine Lücke.“

Wer will, kann sich nun also mit Kopfhörern ins Café im Erdgeschoss der Stadtbibliothek setzen, aktuelle Musiktitel streamen und herunterladen. Hoppmann-Schrader hofft, mit diesem Angebot junge Kunden zu gewinnen.

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