Lade Inhalte...

Bad Vilbel Mit Graffiti die Jugend ködern

Der Kunstverein präsentiert sein 2017er-Programm. Das Angebot, Graffiti-Kunst vom Profi zu lernen, wird ausgeweitet.

Sebastian Stehr gibt Graffiti-Workshops in der Kunstschule Bad Vilbel. Foto: Monika Müller

Um junge Leute zu ködern, und für Kunst und eigene Kreativität zu begeistern, muss man coole Angebote machen. Zu dieser Erkenntnis ist der Bad Vilbeler Kunstverein gekommen und hat sein neues Programm für 2017 entsprechend aufgepeppt: Das bereits im vergangenen Jahr begonnene Angebot, Graffiti-Kunst vom Profi zu lernen, wird ausgeweitet.

„Die Zielgruppe der Kinder haben wir, das klappt auch sehr gut, aber wenn sie erst mal elf, zwölf, 13 Jahre alt werden, wenden sie sich wegen anderer Interessen oft ab“, berichtet Kunstverein-Vorsitzende Cornelia Weinheimer. „Dann finden sie Aquarelle zu malen einfach uncool“, sagt sie. „Obwohl auch die Aquarell-Technik spannend sein kann.“

Deshalb gelte es, die Kinder, die bereits in den Kursen in das Malen und Zeichnen geschnuppert haben, bei der Stange – pardon – Pinsel, Stift oder eben Spraydose zu halten, so die 59-jährige Vorsitzende listig. Und Graffiti sei unter Jugendlichen nun mal schwer angesagt.

Bereits seit dem vergangenen Jahr arbeitet der Kunstverein deshalb mit dem Graffiti-Künstler Sebastian Stehr zusammen. Mit einem kostenlosen Graffiti-Workshop für junge Flüchtlinge hatte es begonnen. „Wir haben mal den Versuchsballon steigen lassen, und es war erfolgreich“, sagt Cornelia Weinheimer. Auch werde über weitere Angebote nachgedacht, die gerade Teenager begeistern könnten, wie etwa die Fotografie.

Große Beliebtheit

„Wir streben einen offenen Graffiti-Workshop einmal in der Woche an“, sagt der freischaffende Graffiti-Profi, der auch schon öfter im Auftrag der Stadt Bad Vilbel gesprayt hat und aus dessen Sprühköpfen einige markante Graffiti im Bad Vilbeler Straßenbild stammen, mitunter fassadengroß. „Das war im vergangenen Jahr so beliebt und kam so gut an, dass es nun ausgebaut wird“, freut sich der 41-jährige Spray-Künstler. Mit Holzwänden sollen im Hof der Kunstschule nun weitere Flächen für seine künftigen Schülerinnen und Schüler geschaffen werden.

Cornelia Weinheimer strebt mittelfristig eine Teenager-Künstlergruppe an. Junge, weitgehend gleichaltrige junge Leute, die sich innerhalb der Gruppe gegenseitig befeuern, kreativ befruchten und begeistern können. „Und die Nationalität und Herkunft sind egal. Gemeinsames Kunstschaffen geht immer. Auch über alle Altersgruppen, so die Vorsitzende voller Tatendrang. „Man kann sich schließlich auch noch mit 80 hinsetzen und mit dem Malen beginnen.“ Von den Erwachsenen werden die Angebote bestens angenommen“, erklärt Cornelia Weinheimer. So seien im vergangenen Jahr etwa die Kurse für Acrylmalerei, Ölmalerei, die Bildhauerwerkstatt, das Gestalten mit Ton oder Kunstgeschichte am beliebtesten gewesen.

Das neue Kursprogramm der Kunstschule für dieses Jahr ist ab sofort online.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum