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Bad Nauheim Kurstadt will Soldaten würdigen

Einen Tag der Reservisten gibt es am 3. Oktober im Sprudelhof. Bürgermeister Klaus Kreß möchte die Gelbe Schleife aufhängen.

Die Stadt Bad Nauheim bietet der Bundeswehr am Tag der Deutschen Einheit eine große Bühne. Für den 3. Oktober haben Hessens Reservisten und andere Organisationen zum „Tag der Reservisten und Rettungskräfte“ in den denkmalgeschützten Sprudelhof eingeladen. „Es ist uns eine Freude und eine Ehre“, sagt Bad Nauheims Bürgermeister Klaus Kreß (parteilos), der die Schirmherrschaft hat.

Die Landesgruppe Hessen des deutschen Reservistenverbandes, in dem ehemalige Bundeswehrangehörige organisiert sind, sowie DRK, Feuerwehr, Polizei und einige mehr wollen sich präsentieren – Erbsensuppe aus der Feldküche inklusive. Am Nachmittag soll es eine gemeinsame Rettungsübung geben.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung wird ein Bundeswehr-General aus Stadtallendorf der Stadt die Gelbe Schleife der Solidarität überreichen. Ein in der dortigen Herrenwaldkaserne ansässiger privater Verein („Förderverein Stab DSK“) vergibt fast ausnahmslos die Schleifen in Hessen. 37 Kommunen und 17 Unternehmen in Hessen haben sie laut dem Vereinsvorsitzenden Martin Würz bereits erhalten.

Das 30 mal 60 Zentimeter große Symbol, das auch das Wappen der jeweiligen Stadt enthält, sei dann gut sichtbar anzubringen, erklärt Würz. Die Kommunen wählten meistens den Ortseingang oder das Rathaus. „Es muss aufgehängt werden.“ Wer will, kann so eine Schleife auch als Privatperson tragen. Seit mehreren Jahren kann man sie sich auch en miniature ans Revers stecken.

Wenn eine Stadt die Auszeichnung erhalten will, muss sie sich in der Vergangenheit nicht etwa überdurchschnittlich soldatenfreundlich gezeigt haben, so dass der Verein aus Stadtallendorf auf sie aufmerksam wird. Vielmehr müsse sie von sich aus schriftlich erklären, dass sie Interesse an der Schleife habe, erklärt Würz, der als Personaloffizier in der mittelhessischen Stadt arbeitet.

In der Regel geht dem ein offizieller Beschluss der Kommune voran. „Die meisten bringen das in die Stadtverordnetenversammlung ein“, erklärt der Hauptmann. So geschehen beispielsweise im November 2017 in Marburg. Dort beantragten die FDP und die Marburger Bürgerliste (MBL), die zusammen eine Fraktion bilden, die Stadt möge an der „Aktion ‚Gelbe Schleife‘ zur Würdigung und Wertschätzung von Bundeswehrsoldaten“ teilnehmen. Die Aktion gehe zurück auf den Förderverein Stab DSK, der unter anderem Informationsveranstaltungen zu Einsätzen der Bundeswehr und ihren Hintergründen sowie Unterstützung für in Not geratene Soldatinnen und Soldaten organisiere. Doch die Mehrheit der Marburger Kommunalpolitiker wollte die Schleife nicht. Grüne, Linke und die allermeisten Sozialdemokraten stimmten gegen sie. Ein Friedensbündnis hatte vor der Abstimmung Protestbriefe an die Stadtverordneten verschickt. Mit der Schleife werbe man für ein „Kriegsunternehmen“, hatte das Bündnis argumentiert.

In Bad Nauheim haben die Stadtverordneten nicht über die Schleife abgestimmt – genauso wenig wie der Magistrat. „Das muss auch nicht so sein“, sagt Bürgermeister Kreß. Er habe seine Stadträte aber darüber informiert. Dass der Präsident des deutschen Reservistenverbandes, der Wetterauer Bundestagsabgeordnete und Oberst der Reserve, Oswin Veith (CDU), in Bad Nauheim wohne, so Kreß, habe mit seinem Vorstoß nichts zu tun.

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