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Bad Nauheim Das Elvis-Presley-Hotel hat wieder geöffnet

In der Villa Grunewald in Bad Nauheim wohnte einst Elvis Presley während seiner Militärzeit. Das Gebäude aus der Gründerzeit ist aufwendig saniert worden. Seit August herrscht wieder Betrieb.

Villa Grunewald
Architekt Christian Möller (links) und Pächter Thomas Dröscher im Frühstücksraum der Villa Grunewald. Foto: Renate Hoyer

Das Haus an der Terrassenstraße in Bad Nauheim, vis-à-vis dem Kurpark, ist ein Hingucker. 1888 im Stil der Gründerzeit erbaut, ist die Fassade reich an Zierelementen. Gusseiserne Balkongeländer und 130 Jahre alte Eichenholzfenster sind im Original erhalten. Das Dach ist mit Naturschiefer gedeckt. Die Villa Grunewald ist seit langem ein Kulturdenkmal. Das hat sie jedoch nicht allein der repräsentativen Architektur zu verdanken, sondern vor allem ihrem berühmtesten Gast. Elvis Presley wohnte während seiner Militärzeit (im benachbarten Friedberg) fast vier Monate in der Villa. Gemeinsam mit Großmutter Minnie Mae, Vater Vernon, Sekretärin Elisabeth Stefaniak und den zwei Leibwächtern nahm der King of Rock’n’Roll die zweite Etage des Hotels in Beschlag.

Rund sechs Jahre stand das Gebäude leer, nachdem es schon von den 1920er Jahren bis 2007 als Hotel genutzt worden war. Seit August beherbergt es wieder ein Hotel. Thomas Dröscher heißt der neue Pächter. Der 50-jährige Hotelier arbeitete mehr als 20 Jahre als Direktor in großen Häusern, sein kleinstes hatte 120 Zimmer. „Sie sind so weit weg vom Gast in großen Hotels“, sagt der gebürtige Göttinger. Dröscher zog es in die Selbstständigkeit. Der Kontakt zu den Eigentümern der Villa Grunewald, den Bad Nauheimer Architekten Alfred Möller und Sohn Christian Möller, kam durch einen Verwandten von Dröschers Ehefrau zustande.

Die Möllers haben das Haus Ende 2014 von der inzwischen verstorbenen ehemaligen Eigentümerin gekauft. Zusammen mit ihrem Ehemann hatte diese das Hotel bis 2007 geführt. Über den Preis möchten die Architekten nicht reden. Nur so viel: Es sei kein Renditeobjekt, sagt Alfred Möller. Ein Jahr lang ließen die neuen Besitzer das Gebäude von Grund auf sanieren – innen wie außen. Die Fassade aus Muschelkalk, Putz und Holz wurde erneuert, das Dach erhielt moderne Gauben. Die gesamte Haustechnik ist neu – und vieles mehr.

Ihren Charme hat die Villa dadurch nicht verloren. Sobald man das Hotel betreten hat, sieht man, warum. Große Teile der ursprünglichen Einrichtung sind bis heute erhalten und mit Liebe zum Detail restauriert worden. Im Frühstücksraum lässt sich speisen wie zu Kaisers Zeiten. Die cremeweißen Tapeten mit goldenen Ornamenten sind ebenso Originale wie die Kronleuchter, die massiven, dunkelbraunen Buffetschränke und der Stuck an den hohen Decken. Auch der edle Parkettboden ist noch der erste. Er stammt aus einer Zeit, als das Rauchen noch gepflegt wurde. Hier und da hat er kleine Brandlöcher. „Wir haben das komplette Inventar übernommen“, sagt Alfred Möller. „Die Denkmalpflege hat zum Teil bis zu den Möbeln mitgesprochen.“

Elvis Presley zog im Oktober 1958 in der Villa Grunewald. Weil er berühmt war, blieb ihm das Kasernenbett in Friedberg erspart. Er schlief im Zimmer Nummer 10, bis er wegen Beschwerden anderer Hotelgäste über Lärm und diverse Streiche seiner Leibwächter eine andere Bleibe in der Wetterauer Kurstadt suchen musste. So sei überliefert, dass die Bodyguards Papier angezündet und es unter Zimmertüren hindurchgesteckt hätten, erzählt Alfred Möller. Während ihr Chef in den Ray Barracks in Friedberg seinen Dienst versah, sei ihnen langweilig gewesen.

Viele Jahre war das Zimmer nur für Führungen geöffnet. Seit die Villa Grunewald wieder ein Hotel ist, können Fans der Rock’n’Roll-Legende wieder in demselben Bett schlafen, in dem schon ihr Idol genächtigt hat. Sie können auf dem schwarzen Toilettensitz Platz nehmen, den Elvis eigens aus den USA einfliegen ließ. „Er mochte wohl die damals gängigen weißen Toilettensitze nicht, so wurde es mir übermittelt“, sagt Dröscher. Viel von der Originaleinrichtung des Zimmers ist geblieben. Dazu zählt ein Handtuchwärmer über der Badewanne. „Da fließt warmes Wasser durch“, erklärt der Hotelier.

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