Lade Inhalte...

Bad Homburg Mehr Lärmschutz für U2-Anwohner

Das Bad Homburger Parlament beschließt eine weitere Untersuchung zum Schallschutz.

Gonzenheim
Noch ist für die U2 in Gonzenheim Schluss. Foto: Rolf Oeser

Bis die Bürger am 28. Oktober über den Ausbau der U2 von der bisherigen Endstation in Gonzenheim bis zum Bad Homburger Bahnhof entscheiden, soll die Stadtverwaltung noch einmal überprüfen, wie ein möglichst guter Schallschutz für die Anwohner gewährleistet werden kann. Konkret soll es etwa darum gehen, ob die Züge ihre Geschwindigkeit auf dem oberirdisch verlaufenden Teil der Strecke reduzieren können oder ob es möglich ist, an den Weichen zusätzliche Schmieranlagen zu installieren.

Das hat das Bad Homburger Parlament am Donnerstag mit breiter Mehrheit beschlossen. Weil damit aber auch eine allgemeine Stellungnahme der Stadtverordneten zugunsten des Ausbaus der U2 verbunden war, votierten FDP, AfD sowie die Solo-Stadtverordneten Peter Münch und Sascha Palivec dagegen. Wolfgang Hof (FDP) störte sich vor allem daran, dass es in dem interfraktionellen Antrag von CDU, SPD, BLB, Grünen und dem Stadtverordneten Peter Braun lediglich heißt, die Ergebnisse der Schallschutzuntersuchung sollten „möglichst“ vor dem Bürgerentscheid präsentiert werden. Was aus Hofs Sicht bedeutet: Die Untersuchung werde sicher nicht vor der Abstimmung Ende Oktober fertig sein. „Sie wollen die Bürger täuschen“, warf er den Antragstellern vor.

Dem widersprach Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU). Er sagte zu, dass er die entsprechende Vorlage noch vor dem Bürgerentscheid in das Stadtparlament einbringen werde. Hetjes geht davon aus, dass es bereits in der September-Sitzung so weit sein wird. „Notfalls muss es im Oktober noch eine Sondersitzung geben.“

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Oliver Jedynak (CDU) bekräftigte, dass es seiner Partei darum gehe, noch vor dem Bürgerentscheid „die Karten auf den Tisch zu legen“. Die zusätzliche Schallschutzuntersuchung beweise, dass die Politik die Anwohner in Gonzenheim nicht im Stich lasse. Der Antrag sei die Folge eines Gesprächs mit der dortigen Bürgerinitiative gegen den U2-Ausbau.

Der Lückenschluss bis zum Bahnhof sei „eine essenzielle Entscheidung für die Zukunft Bad Homburgs“, warb SPD-Fraktionschef Jürgen Stamm. Allerdings gebe es auch „berechtigte Ängste“, ergänzte seine Parteifreundin Elke Barth. Der Vorstoß für mehr Schallschutz sei der Versuch, eine möglichst bereite Akzeptanz für das Projekt herzustellen. 

Das wünscht sich auch Daniela Kraft (Grüne). Sie sprach von einer „runden gemeinsamen Stellungnahme“. Wichtig sei den Grünen, dass der Bürgerentscheid nicht verzögert werde. Armin Johnert (BLB) lobte die konstruktive Atmosphäre in der entsprechenden Ausschusssitzung gar als „Sternstunde der Demokratie“, räumte aber ein, dass es in seiner Fraktion unterschiedliche Positionen zum U2-Ausbau gebe. 

Rudolf Pietzke (FDP) lobte zwar, dass die Befürworter „einen bedeutenden Schritt auf die Anwohner zu“ gemacht hätten, dennoch habe die FDP weiterhin erhebliche Zweifel am Nutzen des gesamten Projekts. Immerhin koste es die Stadt 20 Millionen Euro und sorge vier Jahre lang für eine Großbaustelle. Auch Henning Thöne (AfD) bemängelte die aus seiner Sicht zu hohen Kosten.

Geplant ist eine 1,6 Kilometer lange Strecke, die zum Teil in einem Tunnel verschwinden soll. Die Gesamtkosten werden auf 58 Millionen Euro kalkuliert. Das Land Hessen hat zugesagt, einen Großteil davon zu übernehmen. Ein Planfeststellungsbeschluss liegt vor, allerdings sind Klagen dagegen anhängig. 

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen