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Bad Homburg Liebe Grüße aus der Zukunft

Stadtplaner und Bürger bereiten die Kurstadt 2030 vor. Zur Auftaktveranstaltung kommen weit mehr Leute als gedacht.

Schloss
Verschönern die Stadt: Weißer Turm und Landgrafenschloss. Foto: Renate Hoyer

Rund 800 „Liebe Grüße aus der Zukunft“ sind schon im Rathaus eingegangen. Sie sind sozusagen das Vorspiel zum „Stadtforum“, bei dem bis zum nächsten Sommer die Weichen für die Zukunft in der Kurstadt gestellt werden sollen. Der Fokus ist auf das Jahr 2030 gerichtet, in den lieben Grüßen aus der Zukunft sollten die Bürger auf bunten Postkarten mit knappen Worten formulieren, über welche Erfolge der Stadtplanung sie dann am liebsten berichten würden.

Waren die 800 Liebesgrüße vor Beginn der ersten heißen Phase des Projekts Zukunft schon eine Überraschung für die Initiatoren des Dialogs mit den Bürgern, geriet der Startschuss am Mittwochabend im Kurhaus für alle Beteiligten zu einem Ereignis bis dahin unbekannten Ausmaßes. Vorausgegangen war schon ein „Shitstorm in den sozialen Medien“, so Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU), weil die Stadt ihre Bitte um Liebesgrüße aus der Zukunft nur den jeweiligen „Haushaltsvorständen“ geschickt hatte. Proppenvoll war der Saal im Kurhaus, alle 650 Sitzplätze belegt und noch viele Stehplätze dazu. „Wow, so etwas haben wir noch nie erlebt“, bekannte Svenja Knuffke, Städteplanerin vom Büro Albert Speer + Partner.

Ein klares Zeichen für die Politik, so scheint es. Das Volk ist bereit für den angebotenen Dialog, fühlt sich ernst genommen, will mitreden bei der Gestaltung der Kurstadt und am „Regiebuch mitschreiben“, wie es Hetjes nennt. Die Zukunft im Fokus. Ziel ist ein „Integriertes Stadtentwicklungskonzept Bad Homburg 2030“. Als Partner hat die Stadt neben dem Planungsbüro Speer + Partner Kommunikationsprofis verpflichtet, die den mehrschichtigen Prozess moderieren sollen. Und die mehr als 50 000 Bad Homburger Bürger.

Fast 90 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage hatten die Stadt im vergangenen Jahr sehr positiv beurteilt. Bei der nun begonnenen „Erkundungsphase“ mit Blick ins Detail wurde schon bei der Auftaktveranstaltung deutlich, dass es trotzdem viel zu tun gibt, damit die lieben Grüße auch 2030 noch freundlich sind. Die großen Tafeln zum Anheften von Beiträgen in Postkartengröße reichten bei allen fünf Themeninseln nicht aus, um die Flut von Kritik, Anregungen und Ideen der Bürger aufzunehmen. Wohnen und Leben, Arbeiten und Einkaufen, Umwelt und Landschaft, Stadtbild, Kur und Kultur sowie das Thema Mobilität – überall fordert das Volk trotz positiven Gesamtgefühls Verbesserungen.

Es wird den Profis im Hintergrund nicht entgangen sein, dass die blau umrandeten Karten mit dem Daumen-hoch-Zeichen („Das ist schon gut“) klar in der Minderzahl waren. Die roten Karten (Daumen runter, „Das muss noch besser werden“) leuchteten deutlich hervor. Die Bereitschaft zur Beteiligung signalisierten die vielen grün umrandeten Karten mit der stilisierten Glühlampe: „Das ist meine Idee!“ An Klagen und Ideen fehlt es nicht, Schwerpunktthemen sind dabei immer wieder die ungünstige Wohnsituation und der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in der Kurstadt, das Fehlen eines Radverkehrskonzepts und eines für E-Mobilität angesichts der Herausforderungen an die Stadtentwicklung für den Innenstadtverkehr der Zukunft.

In der nun folgenden „Vertiefungsphase“ sollen nach „Vor-Ort-Dialogen“ mit den Bürgern und Fachdialogen unter Experten beim zweiten Stadtforum am 7. Dezember erste Szenarien und Zukunftsbilder diskutiert werden. Bis Juni 2018 sind vier Stadtforen geplant, danach wird das konkrete Zukunftsbild 2030 vorgestellt.

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