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Bad Homburg Land steigt bei U2-Ausbau ein

In den geplanten Bau des knapp zwei Kilometer langen Schienenstücks kommt Bewegung. Allerdings gibt es Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss.

U2
Noch endet die U2 in Gonzenheim. Foto: Michael Schick

Bislang ist der geplante Ausbau der U2 zwischen Gonzenheim und dem Bad Homburger Bahnhof allenfalls im Schneckentempo vorangekommen. Doch nun könnte das Projekt jedoch Fahrt aufnehmen. Grund ist ein verstärktes Engagement des Landes Hessen.

Wie ein Sprecher des hessischen Verkehrsministeriums bestätigte, ist das Land inzwischen Teil der Lenkungsgruppe für das Projekt, der außerdem Bad Homburg, Frankfurt und die Verkehrsgesellschaften VGF und Traffiq angehören. Und noch wichtiger: Das Land ist auch bereit, einen beträchtlichen Teil der Kosten zu übernehmen. Die Höhe des Betrags steht zwar noch nicht fest. In einem Papier des Ministeriums ist aber vom „weit überwiegenden Anteil“ die Rede.

Auf insgesamt 53,6 Millionen Euro hatte eine Schätzung im August 2016 die Investitionskosten beziffert. Auf Bad Homburg sollten 22,9 Millionen Euro entfallen. Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) hatte daraufhin angekündigt, den Beitrag seiner Kommune deckeln zu wollen. Außerdem hatte die Stadt Frankfurt die Kostenschätzung bezweifelt.

Noch seien die Gespräche zwischen Bad Homburg und Frankfurt über die Aufteilung der Investitionskosten nicht abgeschlossen, teilte der Sprecher der Kurstadt, Andreas Möring, gestern auf Anfrage mit. Zu Details wolle man sich denn auch erst äußern, wenn Ergebnisse vorliegen. Die Beteiligung des Landes sei aber natürlich zu begrüßen.

„Wenn das Land der Stadt Bad Homburg zur Seite springt, können wir das Projekt stemmen“, ist die Landtagsabgeordnete Elke Barth (SPD) überzeugt, die auch Stadtverordnete in Bad Homburg ist. Der U2-Ausbau sei ein „wichtiger Meilenstein für die gesamte Region“. Schließlich hänge er mit anderen Vorhaben wie der Regionaltangente West und der Elektrifizierung der Taunusbahn zusammen. „Bad Homburg hat seinen Bahnhof bereits ausgebaut, nun müssen wir die Infrastruktur nutzen und den Bad Homburger Bahnhof zu einem Knotenpunkt in der Region ausbauen“, fordert Barth.

Das Baurecht jedenfalls ist bereits geschaffen. Den Planfeststellungsbeschluss für das 1,7 Kilometer lange Schienenstück zwischen dem Bahnhof und der derzeitigen U2-Endstation in Gonzenheim gibt es seit Anfang 2016. Allerdings gelte dieser nur für die in dem Beschluss aufgeführte Variante, die einen Tunnel vorsieht, heißt es in einer Antwort des Oberbürgermeisters auf eine Anfrage der Grünen im Stadtparlament. Eine komplett oberirdische Trassenführung sei dadurch ausgeschlossen.

Darüber hinaus gibt es auch noch eine juristische Hürde: Gegen den Planfeststellungsbeschluss sind zwei Klagen am Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel anhängig.

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