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Bad Homburg Gemeinsames Wohnen im Denkmal

Der Oberhof in Bad Homburg soll ein Mehrgenerationenhaus und Stadtteiltreff werden.

Oberhof
Der Oberhof war einst Staatsdomäne. Foto: Michael Schick

Seit fast zehn Jahren bemüht sich eine Gruppe von Bürgern aus Ober-Erlenbach, die ehemalige Staatsdomäne Oberhof in ein Mehrgenerationenhaus zu verwandeln. Von einem „Leuchtturmprojekt“ für die gesamte Region schwärmt der Aufsichtsratsvorsitzende der dafür gegründeten Genossenschaft „Unser Oberhof“, Dieter Haase.

Nun hat das Vorhaben eine entscheidende Hürde genommen. Der Magistrat der Stadt Bad Homburg hat beschlossen, der Genossenschaft mit einem Darlehen in Höhe von bis zu 4,5 Millionen Euro unter die Arme zu greifen. Dazu habe man Baukosten, Förderprogramme und zu erwartende Mieteinnahmen genau geprüft, teilte Bürgermeister und Stadtkämmerer Karl Heinz Krug (SPD) am gestrigen Dienstag mit. Sollte auch das Parlament in seiner nächsten Sitzung am 30. November zustimmen, wäre die Finanzierung des Projekts gesichert. Für den restlichen Betrag haben die Genossen bereits eine Darlehenszusage.

Außerdem stellt die Stadt ihnen das mehr als 6000 Quadratmeter große Grundstück in Erbpacht zur Verfügung und wird nach dem geplanten Umbau des denkmalgeschützten Ensembles einen Teil der Flächen anmieten. Dort soll unter anderem die Stadtteilbibliothek unterkommen. Mitglied der Genossenschaft ist die Stadt bereits.

„Unser Oberhof“ plant auf dem Gelände eine Mischung aus verschiedenen Wohnungstypen, Gewerbe und öffentlicher Nutzung. Insgesamt sind 29 Wohnungen vorgesehen, davon sollen elf barrierefrei sein, es soll aber auch familiengerechte Wohnungen geben und Lofts. Die Mietpreise werden sich zwischen 10 und 12,50 Euro pro Quadratmeter bewegen. „Wir wollen keinen Gewinn erzielen“, sagt der Vorsitzende der Genossenschaft, Georg Kopp. Ziel sei es lediglich, die Kosten wieder zu erwirtschaften.

Eigentumswohnungen wird es nicht geben. Wer eine Wohnung mieten möchte, muss Mitglied der Genossenschaft werden. Probleme, genug Interessenten zu finden, befürchten die Initiatoren nicht. Im Gegenteil: Es werde wohl ein Auswahlverfahren geben müssen, sagt Dieter Haase. „Wir haben jetzt schon mehr Interessenten als Wohnungen.“

Ihnen sei es vor allem darum gegangen, das denkmalgeschützte Ensemble vor dem Verfall zu retten, begründet Haase die Gründung der Genossenschaft. Ziel ist es, daraus ein Kommunikationszentrum für Ober-Erlenbach zu machen. So soll es auch ein Restaurant und ein Café geben.

Mit den Bauarbeiten will die Genossenschaft im kommenden Frühjahr beginnen. Wenn alles glattgeht, können die neuen Bewohner 2020 einziehen. 14,5 Millionen Euro wollen die Genossen für den Umbau des Oberhofs in die Hand nehmen. Das Darlehen der Stadt soll in den ersten zehn Jahren zins- und tilgungsfrei bleiben. Ab dem 11. Jahr beträgt der Zinssatz 1,3 Prozent. Ein „Freundschaftszins“, wie Bürgermeister Krug findet.

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