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Bad Homburg Flucht aus dem Ahnensaal

Das Ehepaar Eveline und Andreas Fuchs hat in Bad Homburg das deutschlandweit erste „Escape- Room“-Angebot in einem echten Schloss entwickelt.

Bad Homburg
Andreas und Eveline Fuchs haben den Schlüssel. Foto: Renate Hoyer

Oh Schreck, der Landgraf ist weg! Das Personal des Bad Homburger Schlosses ist in heller Aufregung – und schließt kurzerhand die verdächtige Besuchergruppe in Bibliothek und Ahnensaal ein. Eine Stunde lang haben die Gäste nun Zeit, sich den Weg in die Freiheit zu bahnen. Dazu müssen sie gemeinsam verschiedene Rätsel lösen, um so dem Aufenthaltsort des Landgrafen auf die Spur zu kommen.

Ausgedacht haben sich dieses Szenario Eveline und Andreas Fuchs, die ansonsten in historischen Kostümen als Landgrafenpaar Besucher durch das Bad Homburger Schloss führen. Mit „Escape Castle“ lehnen sie sich an das Konzept der „Escape- Room“-Spiele an, die zunächst in Japan entwickelt wurden und seit 2013 auch in Deutschland kommerziell angeboten werden.

Das Besondere in Bad Homburg: Die historischen Räume des Barockschlosses werden in das Spiel integriert und es geht um Personen, die in diesen Räumen gelebt haben. In dieser Form gebe es das in Deutschland noch nicht, beteuert das Ehepaar Fuchs. Lediglich in Frankreich und Italien haben sie vergleichbare Angebote entdeckt.

Das Ganze sei „schon ein Spagat“, räumt Peter Janisch ein, beim Hausherren, der Hessischen Schlösser- und Gärten-Verwaltung, zuständig für die Museen. So müsse man natürlich aufpassen, dass die originalen Ausstellungsstücke in den Schlossräumen unversehrt bleiben. Gleichzeitig sei es aber auch notwendig, in alten Gemäuern wie dem Bad Homburger Schloss mit der Zeit zu gehen. „Das Vermittlungsangebot hat sich geändert“, konstatiert Janisch.

„Escape Castle“ richte sich besonders an Menschen zwischen 20 und 40 Jahren, die nur selten den Weg in das Schloss finden, erläutert Museumspädagogin Britta Reimann. Das könnte sich nun ändern. Bislang habe noch kein Facebook-Eintrag des Bad Homburger Schlosses so viele Zugriffe gehabt wie die „Escape-Castle“-Ankündigung, berichtet Reimann. Die Premiere am 16. September ist schon ausgebucht, das Gleiche gilt für zwei Ersatztermine. Es werde aber weitere Angebote geben, kündigt das Ehepaar Fuchs an.

Auch verschiedene Privatgruppen hätten sich bereits gemeldet, darunter ein Unternehmen, für das Eveline und Andreas Fuchs das Konzept nun auch ins Englische übertragen. Und das Schauspielerpaar hat auch noch reichlich weitere Ideen. So sei vorstellbar, „Escape Castle“ auf andere Räume des Bad Homburger Schlosses auszuweiten - etwa den Weißen Turm („Escape Tower“) und die Schlosskirche. Weil in der Kirche Platz für deutlich größere Gruppen ist, sei dafür allerdings ein komplett neues Konzept nötig, erläutert Eveline Fuchs. „Darüber machen wir uns im Winter Gedanken.“

Schon kurz vor der Umsetzung ist derweil das Einbinden von digitalen Elementen wie QR-Codes. Dazu hat das Ehepaar Fuchs bereits eine eigene Internetseite konzipiert.

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