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Bad Homburg Bürger sollen über U2 abstimmen

Die schwarz-rote Koalition in Bad Homburg will einen Bürgerentscheid zur U2 initiieren. Das Land erklärt sich bereit, einen Großteil der Kosten für den Trassenausbau zu übernehmen.

U-Bahnendhaltestelle Gonzenheim
Noch endet die U2 in Bad Homburg-Gonzenheim. Foto: Rolf Oeser

Die Debatte über den Ausbau der U-Bahnlinie 2 ist einer der Dauerbrenner in der Bad Homburger Kommunalpolitik. Nun sollen die Bürger über das Großprojekt entscheiden, das die 1,6 Kilometer lange Lücke zwischen der aktuellen Endhaltestelle in Gonzenheim und dem Bahnhof schließen soll.

Die schwarz-rote Koalition will in der kommenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung den Antrag für einen Bürgerentscheid stellen. „Wir möchten damit sicherstellen, dass sich alle Bad Homburgerinnen und Bad Homburger ein fundiertes Urteil bilden können“, sagt SPD-Fraktionschef Jürgen Stamm. Nach dem Willen von CDU und SPD soll die Abstimmung zusammen mit der Landtagswahl am 28. Oktober erfolgen.

So sei eine hohe Wahlbeteiligung gewährleistet, außerdem sei die Organisation einfacher, sagt Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU), der sich schon im OB-Wahlkampf für einen Bürgerentscheid zum U2-Ausbau starkgemacht hatte. „Wir werden ausführlich über das Bauvorhaben informieren und sowohl die Vorteile für den Nahverkehr in der Stadt und der Region als auch die Nachteile wie Belastungen während der Bauzeit ansprechen“, sagt Hetjes nun zu. Dazu will die Stadt eine Kommunikationsagentur engagieren. Ein erster Infotermin steht auch bereits fest: der 7. Juni.

Für den Bau der U-Bahn-Trasse gibt es seit 2016 einen gültigen Planfeststellungsbeschluss. Offen war bislang noch die Finanzierung. Auch hierzu konnte der Oberbürgermeister nun Neuigkeiten verkünden: Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) habe schriftlich eine Förderquote von 80 Prozent zugesagt.

Auf die Stadt kämen so im ungünstigsten Fall höchstens Kosten von 20,86 Millionen Euro zu, rechnet Hetjes vor. Bislang war man von 22,9 Millionen Euro ausgegangen – bei normalem Verlauf der Arbeiten. Dabei sind die erwarteten Gesamtausgaben für das Projekt laut einer neuen Berechnung sogar gestiegen. Die bisherige Kalkulation lag bei 53,8 Millionen Euro. Ein neues Gutachten kommt auf 58 Millionen Euro. Darin sei aber bereits ein Puffer von fünf Prozent eingerechnet, so Hetjes. Enthalten sind auch die sogenannten nicht förderfähigen Kosten von rund zehn Millionen Euro, die die Stadt komplett allein stemmen muss. Dabei geht es vor allem um Planungsausgaben.

Von einem „großartigen Verhandlungsergebnis“ spricht CDU-Fraktionschef Oliver Jedynak. „Damit wird die U-Bahn-Verlängerung für die Stadt Bad Homburg finanzierbar.“ Nun müsse es darum gehen, für eine größtmögliche Akzeptanz des Projekts zu werben.

„Ich bin zuversichtlich, dass die Bürger die herausragende Bedeutung dieses Bauvorhabens erkennen, welches für die Zukunftsfähigkeit der Region unabdingbar ist“, sagt die SPD-Vorsitzende Elke Barth. Schon jetzt ersticke Bad Homburg im Stau; wegen des hohen Schadstoffausstoßes sei sogar der Kurbadstatus gefährdet. Der CDU-Vorsitzende Thorsten Bartsch spricht aber auch die Bedenken der Anwohner an. Deren Belastung müsse so gering wie möglich gehalten werden, sollte die Mehrheit der Bürger den Ausbau der U2 beschließen, bekräftigt Bartsch. „Auch wenn dies bedeutet, dass hierfür eventuell höhere Kosten entstehen.“

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