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B.Braun Bei Beschäftigten hoch im Kurs

Der Medizintechnik-Konzern B.Braun ist laut einer Studie bester Arbeitgeber der Republik. Von Peter Dietz

04.03.2009 00:03
PETER DIETZ
Infusionslösungen laufen in Melsungen vom Band. Foto: ddp

B.Braun ist Deutschlands attraktivster Arbeitgeber. Das zumindest ist das Ergebnis einer Studie, die die Qualität der Personalpolitik von mehr als 100 Firmen unter die Lupe genommen hat. Hinter dem MedizintechnikHersteller aus dem nordhessischen Melsungen platzierten sich der Allgemeine Deutsche Automobil Club (ADAC) und die Bausparkasse Schwäbisch Hall.

Vorne war B.Braun in den Kategorien Arbeitszufriedenheit, Jobsicherheit und Unternehmenskultur. Punkte machten die Nordhessen mit Blick auf das Angebot flexibler Arbeitszeitmodelle, die Möglichkeit verlängerten Erziehungsurlaubs, des Frauenanteils und der Mitarbeiterbindung sowie bei Investitionsplanung und Gewinnentwicklung.

Die Jobsicherheit zählt

Seit 2003 ermittelt der Marktforscher CRF die attraktivsten Unternehmen Deutschlands. "Die Konkurrenz um gut ausgebildete Absolventen und Fachkräfte ist groß", sagt CRF-Manager Thorsten Jacoby. Auf diesen Wettbewerb reagierten die Firmen mit sehr unterschiedlichen Maßnahmen. In der aktuellen Krise zeige sich, dass wirtschaftlicher Erfolg nur möglich sei, wenn Unternehmen und Beschäftigte zusammenhielten. "Eine gute Personalpolitik macht sich gerade jetzt bezahlt", meint Jacoby. Für die Attraktivität eines Betriebes sei nicht Größe oder Branche ausschlaggebend. Für Beschäftigte seien vor allem Verdienst sowie interne Aufstiegsmöglichkeiten, variable Arbeitszeitmodelle und Jobsicherheit von Bedeutung.

B.Braun garantiert den Mitarbeitern eine Beschäftigung bis zum Jahr 2014. Diese Zusage gibt es aber nicht umsonst. Laut Zukunftssicherungsvertrag müssen die Mitarbeiter rechnerisch zwei unbezahlte Stunden Mehrarbeit in der Woche leisten. Dafür investiert der Konzern in Nordhessen und sichert die Jobs der 5500 Leute am Stammsitz Melsungen. Firmenchef Ludwig Georg Braun hält das Modell für richtungsweisend. 97 Prozent der Belegschaft hätten dem Vertrag zugestimmt, sagt er. Durch den Bau neuer Zentren zur Warenverteilung etwa habe sich der Konzern einen Vorsprung bei den Logistikkosten verschafft. Und das sei ein Beitrag zur besseren Wettbewerbsfähigkeit und höheren Jobsicherheit.

Nicht alle Beschäftigten indes sind von der Mehrarbeit begeistert. Hinter vorgehaltener Hand sprachen manche von Erpressung. Denn hätte sich die Belegschaft beim Start des Standortsicherungsvertrag im Jahr 2005 quer gestellt, hätte B.Braun damals in Spanien und nicht in Hessen ein neues Werk errichtet.

Im Januar hat der Konzern Richtfest für einen weiteren Betrieb gefeiert. Mit der neuen Fabrik will B.Braun die Produktion von Nährlösungen deutlich ausweiten. Von Oktober 2010 an sollen in dem neuen Werk jährlich 16 Millionen Beutel mit Flüssignahrung für Kranke und Frühgeborene produziert werden. Dafür würden 190 Millionen Euro investiert.

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