Lade Inhalte...

Attacke am Bügel Geschoss im Kopf

Die Polizei sucht den Luftgewehrbesitzer, der am Ben-Gurion-Ring vor wenigen Tagen einen Passanten verletzte. Die Beamten glauben nicht an Absicht. Von Boris Schlepper

Tausende Gewehre sind in Frankfurt im Umlauf. Ganz legal, weil für den Schießsport gedacht. Gefährlich aber nichts desto trotz. Foto: dpa

Der am Freitag am Ben-Gurion-Ring durch ein Luftgewehrprojektil verletzte Mann wurde voraussichtlich nicht absichtlich getroffen. Davon geht die Polizei ersten Ermittlungen zufolge aus. "Es deute nichts darauf hin, dass der Schütze absichtlich auf den Passanten gezielt hat", sagte Polizeisprecher André Sturmeit. Nach wie vor gebe es keine Hinweise auf den Täter. "Bis hin zu Kindern ist alles möglich."

Der 44 Jahre alte Fußgänger war am Freitagmittag am Ben-Gurion-Ring unterwegs. Dort wurde er in Höhe der Hausnummern 80 bis 88 von einem sogenannten Diabologeschoss am Kopf getroffen. Das Projektil steckte im Hinterkopf des Mannes und konnte in einem Krankenhaus entfernt werden, ohne dass es tiefere Verletzungen verursacht hatte. Nach Angaben von Sturmeit hatte der Mann angegeben, einen Schlag am Hinterkopf verspürt zu haben. Als er sich an die schmerzende Stelle fasste, seien seine Finger voll Blut gewesen.

Stadtteil in Sorge

Rings um den Tatort ragen mehrere Hochhäuser in die Luft. "Dort gibt es zahlreiche Wohnungen, die in Betracht kommen", sagte der Polizeisprecher. Denkbar sei, dass der Schütze etwa aus einem Fenster oder von einem Balkon aus geschossen hat. Wo genau die Druckluftwaffe abgefeuert worden ist, "wird wahrscheinlich nicht zuzuordnen sein". Auch könnte nicht über das Metallgeschoss Rückschlüsse auf den Standort des Schützen gezogen werden. Da es Luftgewehre mit unterschiedlicher Schlagkraft gebe, könne dieser bis zu 40 Meter weit entfernt gestanden haben.

Die Bewohner am Ben-Gurion-Ring sind von dem Vorfall beunruhigt. "Ein Schuss am hellichten Tag kann nicht bagatellisiert werden", sagte Werner Waniek, Vorsitzender der Bürgerinitiative am Bügel. Zwar gebe es am Bügel in jüngster Zeit regelmäßig Randale von einer Gruppe von Jugendlichen. Doch wer auf einen Menschen schieße, "der hat nicht mehr alle Tassen im Schrank". Allerdings hat es aus dem Bereich der Häuser 80 bis 88 laut Waniek bislang keine Probleme gegeben.

Tausende Gewehre im Umlauf

"Wir wissen, dass es am Bügel das ein oder andere Problem gibt", sagte Holger Dyhr (CDU), Vorsteher des zuständigen Ortsbeirats 15. Allerdings handele es sich um einen bekannten Kreis von Personen, die nicht für das ganze Viertel repräsentativ seien. Den Ortsvorsteher sorgt, "dass durch solche Dinge das ganze Quartier in Misskredit gerät". Deshalb dürfe das Stadtteilgremium auch nicht müde werden, darauf hinzuweisen, dass das Viertel mehr zu bieten hat.

Immer wieder wird in Frankfurt mit Luftgewehren auf Gebäude, Tiere und selten auch auf Menschen geschossen. Als Sportwaffen müssten diese nicht angemeldet sein, sagte Sturmeit, man muss nur volljährig sein". In Frankfurt hätten voraussichtlich Tausende Bürger ein solches Druckluftgewehr. Anfang 2008 schoss ein Unbekannter in Praunheim durch die Rollläden einer Wohnung.

Die Polizei sucht noch immer nach Zeugen, die den Vorfall am Freitag gegen 13.45 Uhr beobachtet haben. Hinweise nimmt das 15. Polizeirevier unter der Nummer 75 51 15 00 entgegen.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen