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Atomkraft Countdown für Biblis

Der Kraftwerksbetreiber RWE stellt seinen Zeitplan für den Abriss des AKW Biblis vor. Bis Ende 2015 soll die Genehmigung für den Rückbau des Kraftwerks vorliegen. Während der kommenden Jahre wird für die Brennelemente ein neues Zwischenlager gebraucht.

Biblis, eine Gemeinde in Hessen. Aber vor allem ein AKW. Foto: Sascha Rheker

Der Kraftwerksbetreiber RWE stellt seinen Zeitplan für den Abriss des AKW Biblis vor. Bis Ende 2015 soll die Genehmigung für den Rückbau des Kraftwerks vorliegen. Während der kommenden Jahre wird für die Brennelemente ein neues Zwischenlager gebraucht.

Der Energiekonzern RWE hat seine Pläne für den Abriss des Atomkraftwerkes Biblis vorgestellt. Man rechne damit, bis Ende 2015 die entsprechende Genehmigung zu erhalten, sagte Kraftwerksleiter Horst Kammeter am Montagabend bei einem Vortrag im Infozentrum des Kraftwerks. Bis Ende dieses Jahres würden dazu alle nötigen Unterlagen bei den Genehmigungsbehörden eingereicht, sagte Kammeter. Mitte 2015 solle Reaktorblock A, Ende 2016 dann auch Block B frei von atomaren Brennstoffen sein, so dass der stufenweise Abriss beginne könne. „Das ist ein ambitionierter Zeitplan“, sagte Kammeter. RWE hatte im August den Abriss der beiden 1974 und 1977 in Betrieb gegangenen Reaktorblöcke beantragt.

Pufferlager wegen Konrad

Kammeter wiederholte, dass in Biblis ein weiteres Zwischenlager für schwach und mittelradioaktive Abfälle gebaut werden müsse. „Wir brauchen dieses Lager, um einen reibungslosen Ablauf des Rückbaus zu garantieren“, sagte er. Dieses „Pufferlager“ werde vor allem benötigt, weil das geplante Endlager im „Schacht Konrad“ in Salzgitter vermutlich nicht vor 2019 fertig werde.

RWE hatte das neue Zwischenlager im Januar 2013 beantragt, mit einer Genehmigung rechnet der Konzern nicht vor nächstem Jahr. In dem Lager sollen auf einer Fläche von 30 mal 100 Metern radioaktive Abfälle und Castor-Behälter für den späteren Abtransport des Mülls gelagert werden. „Es gibt in Biblis auch keinen Protest gegen das Zwischenlager“, sagte Kammeter.

RWE baut massiv Personal ab

Seit der Stilllegung des Atomkraftwerks im August 2011 habe man in Biblis kontinuierlich Personal abgebaut, so Kammeter weiter. Von 680 Mitarbeitern seien derzeit noch 490 beschäftigt, sie bereiteten den Abriss des Kraftwerks vor. Zuletzt seien knapp 30 Mitarbeiter in Frührente oder Altersteilzeit gegangen, 40 hätten innerhalb des RWE-Konzerns einen neuen Job angenommen, 20 hätten gekündigt und weitere 50 Abfindungen angenommen. Der Personalabbau erfolge sozialverträglich, so Kammeter. Alle 24 Auszubildenden könnten ihre Lehre beenden. Im Jahr 2015 solle es in Biblis noch rund 430 Arbeitsplätze geben.

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