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Alnatura Alnatura in der Kritik

Mitarbeiter der Öko-Supermarktkette beklagen „modernes Sklaventum“. Die Konzernzentrale ist erschreckt: Sie glaubte alles in ihren Filialen bisher in schönster, vorbildlicher Ordnung.

24.10.2012 09:28
Bei Alnatura scheinen vor allem die Produkte freundlich zu sein. Foto: dapd

Mitarbeiter der Öko-Supermarktkette beklagen „modernes Sklaventum“. Die Konzernzentrale ist erschreckt: Sie glaubte alles in ihren Filialen bisher in schönster, vorbildlicher Ordnung.

Bei der Öko-Supermarktkette Alnatura läuft nach Meinung von Mitarbeitern einiges schief.

„Wir trauern um den Spirit von Alnatura“, ist ein offener Brief von Mitarbeitern überschrieben. Kollegen würden zu Dumping-Löhnen eingestellt, vertraglich zugesicherte Absprachen wie ein freier Samstag pro Monat würden nicht eingehalten. Kranke Mitarbeiter, vor allem jene, die noch in der Probezeit seien, würden von Filialleitern aufgefordert, trotz Krankheit zu arbeiten. Gehaltserhöhungen würden nach Sympathie der Chefs gezahlt, Misstrauen und Missgunst untereinander vergifteten die Arbeitsatmosphäre. „Das moderne Sklaventum hat sich bei Alnatura durchgesetzt“, klagen die Mitarbeiter.

Man sei erschrocken über diese Vorwürfe, so Pressesprecherin Stefanie Neumann. In der Zentrale sei von diesen angeblichen Missständen nichts bekannt. Man nehme die Vorwürfe dennoch sehr ernst und habe umgehend reagiert. In allen Darmstädter Filialen würden Mitarbeiterversammlungen organisiert, um entsprechende Beschwerden des Personals abstellen zu können.

Bezahlung liege über Tarif

Die Bezahlung bei Alnatura entspreche mindestens dem Einzelhandelstarif des jeweiligen Bundeslandes. In vielen Fällen liege das Einkommen höher. Auszubildende bekämen 200 Euro mehr als im Tarifvertrag vorgesehen.

Weitere Leistungen seien Urlaubs- und Weihnachtsgeld, ein Beitrag zur Altersvorsorge, vermögenswirksame Leistungen und ein Einkaufsgutschein von bis zu 1000 Euro jährlich. Die Gestaltung der Arbeitszeit und der freien Tage erfolge individuell in Abstimmung mit dem Filialleiter. Dabei würden Wünsche der Mitarbeiter und die familiäre Situation berücksichtigt. Dass Mitarbeiter im Krankheitsfall nicht arbeiten sollten, sei selbstverständlich, sagt Neumann.

Die Sprecherin schließt jedoch nicht aus, dass in Einzelfällen gegen die Vorgaben verstoßen wurde. Sollte das der Geschäftsleitung bekanntwerden, werde sie mit den betreffenden Führungskräften sprechen. (hde.)

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