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ZDF-Sportstudio Dieter Kürten Vom Schutzengel wachgeküsst

Die Wiesbadenerin Khadija Faro rettet dem ZDF-Sportmoderator Dieter Kürten das Leben. Als er nach einem Herzinfarkt auf der Straße zusammenbricht, belebt sie ihn mit einer Mund-zu-Mund-Beatmung. Nach einem Jahr treffen sie sich wieder.

„Helfen ist Ehrensache“, sagt Khadija Faro. Foto: Michael Schick

Wenn man zu Dieter Kürten, dem Gesicht des ZDF-Sportstudios, sagt: „Mensch, da hast du aber einen Schutzengel gehabt“, da schmunzelt der 72-Jährige. „Ja“, sagt er dann. „Ich kann euch auch gerne bekanntmachen.“ Kürtens Schutzengel ist weiblich, 42 Jahre alt und kommt aus Wiesbaden. Begegnet sind sich die beiden am 1. November 2012.

Wenn man Khadija Faro, den Schutzengel, nach diesem Tag fragt, wird die zierliche Frau still. Sie erinnert sich noch gut, wie sie gerade ihren Hund abholen wollte, als sie eine Menschentraube in der Fußgängerzone stehen sah. „Da muss etwas passiert sein“, dachte sie, eilte hin und sah einen Mann am Boden liegen. Blau angelaufen. Bewusstlos. „Keiner half, alle standen nur da und schauten“, sagt sie.

Lob vom Ministerpräsidenten

Khadija Faro fackelte nicht lange. Ohne zu überlegen, fing sie an, den Sportmoderator wiederzubeleben – per Mund-zu-Mund-Beatmung, per Herzdruckmassage. „Zwischendurch schrie ich: ,Mensch, ruft doch endlich einer den Notarzt.‘“ Der Wiesbadenerin gelang es, Kürten wiederzubeleben. Per Notarztwagen kam er ins Krankenhaus. Diagnose: Herzinfarkt.

Am gestrigen Dienstag trafen Schutzengel und Sportmoderator erneut aufeinander. Denn Khadija Faro erhielt eine öffentliche Belobigung des Hessischen Ministerpräsidenten – was der gelernten Altenpflegerin zunächst gar nicht recht war, wie sie erzählt. Sie habe nicht so ein großes Tamtam gewollt. „Helfen ist Ehrensache.“

Ehrensache war es jedoch für die Staatskanzlei, großes Tamtam zu machen. Lob gab es von allen Seiten. Staatssekretär Michael Bußer beschrieb die gebürtige Marokkanerin als „stille Heldin“, als „Vorbild“. Und auch Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) drückte der zierlichen Frau die Hand: „Donnerwetter, es war nicht selbstverständlich, was Sie getan haben.“

Das war es tatsächlich nicht. Als Khadija Faro geholfen hatte, standen zahlreiche andere Passanten neben dem Bewusstlosen, ohne etwas zu tun. Wem sie das Leben gerettet hat, erfuhr Khadija Faro erst später. Und auch ihre Kinder kennen Dieter Kürten nicht. „Ach, ist das der Mann, den du wachgeküsst hast?“, fragte ihr Sohn Nabil gestern kurz vor Beginn der Pressekonferenz.

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