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Windräder in Wiesbaden Grundwasser in Gefahr

Landes-Geologen äußern sich kritisch über die geplanten Windräder auf dem Taunuskamm. Das Grundwasser sei in Gefahr.

Landesamt fürchtet Verschmutzung des Trinkwassers. Foto: Monika Müller

Wie der Verein „Rettet den Taunuskamm“ mitteilt, steht das hessische Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) dem Projekt „Taunuswind“ kritisch gegenüber. Die von der Stadt und dem kommunale Energieversorger Eswe auf der Hohen Wurzel geplanten zehn Windkraftanlagen könnten die Grundwassergewinnung gefährden.

„Durch die geplanten Maßnahmen sind qualitative und quantitative Auswirkungen auf den Tiefbrunnen Wambach nicht auszuschließen“, schreibt das HLUG in einer Stellungnahme an das Regierungspräsidium Darmstadt (RP).

„Das Projekt ist tot“

Grund hierfür ist die besondere geologische Struktur des geplanten Baugebiets. Kurz gesagt sind die Felsen so zerklüftet, dass das Regenwasser durch die Spalten sehr schnell zum Grundwasserbrunnen vordringt. Wenn hier Schmierstoffe oder Ähnliches von einem Windrad in den Boden eingetragen werden, dann reicht die Filterwirkung des Gesteins nicht aus, um die Schadstoffe wieder aus dem Wasser herauszufiltern.

Das HLUG führt weiterhin aus, dass der Bau von Windrädern mit den dafür benötigten Fundamenten diese ohnehin schmale „Grundwasserüberdeckung“ noch weiter schmälern würde. Die Eingriffe würden also sehr nahe an die grundwasserführenden Schichten heranreichen. „Hydrogeologische Gründe, um einer Ausnahmegenehmigung zustimmen zu können, liegen nicht vor“, schreibt das HLUG in seiner Stellungnahme.

Diese Stellungnahme ging – neben einem ganzen Katalog des Vereins „Rettet den Taunuskamm“ – beim RP ein, das binnen der nächsten sieben Monate in einem Immissionsschutzverfahren die Windräder genehmigen oder verbieten will.

Carsten Gödel, Sprecher des Vereins „Rettet den Taunuskamm“, wertet die Stellungnahme des HLUG als Genickschuss für das Projekt Taunuswind. „Das ist ein echter Knaller“, sagt er der FR und ist sich sicher, dass das RP die Windräder nicht mehr genehmigen könne. „Das Projekt ist tot“, so Gödel.

Stadt bleibt gelassen

Wiesbadens Umweltdezernent und Bürgermeister, Arno Goßmann (SPD), steht der aktuellen Mahnungen des HLUG gelassen gegenüber. „Ich sehe keinen Grund, warum wir das Projekt nicht weiter verfolgen sollten“, sagt er auf Anfrage. Es könne gegebenenfalls nötig sein, an der einen oder anderen Stelle „technisch nachzusteuern“, der Bau der Windräder an sich sei aber nicht in Gefahr.

„Wir gehen jetzt mit dem Regierungspräsidium ins Bundesimmissionschutzverfahren, das am 15. März mit einem Erörterungstermin in Kastel beginnen wird. Alles Weitere muss das RP bewerten“, so Goßmann, der als glühender Verfechter der Windräder auf dem Taunuskamm gilt.

Weitere Informationen von den Gegnern der Windräder finden sich auf www.rettet-den-taunuskamm.de

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