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Wilhelmstraße Wiesbaden Die Rue soll schöner werden

Stadtverordnete beschließen die Einrichung einer Projektgruppe für die Aufwertung des Areals zwischen den neuen Rhein-Main-Hallen und dem Landesmuseum. Dort soll nämlich ein größerer attraktiver Aufenthaltsbereich entstehen.

Ob das Stadtmuseum auf dem OFB-Areal an der Rue gebaut wird, ist noch immer nicht klar. Foto: Rolf Oeser

Die Wiesbadener Wilhelmstraße gilt als Pracht-Boulevard, der jedoch nach Ansicht der Stadtverordneten an der Ecke zur Rheinstraße gar nicht mehr so prächtig ist. Da muss sich etwas tun, sind die Politiker sich einig und beschlossen in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag mit den Stimmen der Koalition, eine Projektgruppe einzurichten.

Diese soll, so lautet der Antragstext von CDU und SPD, das Areal zwischen den neuen Rhein-Main-Hallen und dem Landesmuseum so entwickeln, dass die Fläche des öffentlichen Straßenbereiches reduziert wird. Es soll ein größerer attraktiver Aufenthaltsbereich entstehen, ein Platz also, der das Areal aufwertet.

Einbezogen werden soll bei den Planungen auch die Fläche der OFB. Und genau da liegt nach Ansicht des Chefs der Bürgerliste (BLW), Michael von Poser, der Hase im Pfeffer. Seiner Ansicht nach, „müssen wir erstmal sehen, was da kommt“. Es sei weder klar, wie die Rhein-Main-Hallen aussehen werden, noch was die OFB auf dem Areal des sogenannten Giraffenkäfigs entwickeln werde. Auf Anfrage der FR erklärte die Projektentwicklungsgesellschaft am Freitag, dass man derzeit noch „nichts Neues“ mitteilen könne. Man sei in „Projektvorbereitungen“.

Land will Wettbewerb für Umgestaltung ausloben

Prinzipiell unterstützt von Poser das Vorhaben, das kein neues sei. „Der Plan ist uralt, dort einen Platz einzurichten“, sagte er. Doch zum jetzigen Zeitpunkt sei es zu früh, eine Projektgruppe einzurichten. Deswegen enthielt sich seine Fraktion – obwohl Unionspolitiker Hans-Martin Kessler mehrfach versucht hatte den BLW-Chef mit ins Boot zu holen. Schließlich gilt der als strenger Kritiker, der selten ein Blatt vor den Mund nimmt und Bauprojekte regelmäßig abwatscht.

Auch die Grünen und die FDP stimmten weder für noch gegen den Antrag. Sprecher der beiden Fraktionen wiesen auf Verkehrsprobleme hin, die durch die Einrichtung eines größeren Platzes entstehen könnten und äußerten Bedenken im Hinblick auf die dort stehenden Bäume. „Wiesbaden muss in diesem Bereich grün bleiben“, forderte Claus-Peter Große von den Grünen.

Hans-Martin Kessler gab den Oppositionsfraktionen Recht, „wenn Sie sagen, wir wissen noch nicht, wie die Pläne für das OFB-Gelände aussehen“. Der Prozess sei jedoch bewusst offen gehalten, man wolle Gedanken sammeln und zwar frühzeitig, was er als große Chance ansehe. 2018 solle schließlich an dieser Stelle „Deutschlands modernstes und führendes Kongress- und Veranstaltungszentrum mit einem Kulturangebot und Lebensangebot drum herum, was kein anderer Standort in diesem Land zu bieten hat“ eröffnet werden. Und da müsse auch das Umfeld stimmen und auch das Land Hessen mit ins Boot geholt werden.

Das ist derzeit dabei, einen Architektenwettbewerb für die Neugestaltung des Eingangsbereichs des Stadtmuseums vorzubereiten. Im Zuge des Wettbewerbs gibt es nach Angaben von Stadtplanungsdezernentin Sigrid Möricke (SPD) auch einen Ideenteil, der die Gestaltung des Areals bis zu den Rhein-Main-Hallen mit einschließt – was Möricke ausdrücklich begrüßte. Ihrer Ansicht nach muss der derzeit unattraktive Stadtraum dringend aufgewertet werden. Mit einem neuen Lichtkonzept für die Wilhelmstraße sowie den aktuellen Projekten unter anderem auch dem Kureck könnte das gelingen. Sie lobte den Antrag der Koalition. „Nur so könne Stadtentwicklung aus einem Guss entstehen, wenn alle Grundstückseigentümer an einen Tisch geholt werden und gemeinsam etwas entwickeln.“

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