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Wiesbadener Nordwand Traum vom Klettern erfüllt

In der Hagenauer Straße eröffnet eine Gruppe Sportbegeisterter nächste Woche ihre eigene Kletterhalle. Die 2500-Quadratmeter-Spielwiese mit Waldseilgarten soll jährlich 100.000 Besucher anlocken.

07.03.2012 21:51
Elisabeth Böker
Bis zu zwölf Meter hoch können Sportler an den Kletterwänden steigen. Foto: Rolf Oeser

Geschwind klettert Dennis Oberwalder die Wand hinauf. Dabei achtet er genau darauf, dass er nur die gelben Halterungen berührt. Dann hängt er in 12 Metern unter der Decke und seilt sich ab. Eigentlich nichts Besonderes, genau so sieht der Ablauf beim Klettern aus. Dennoch ist das Aufsteigen an dieser Wand für den gelernten Finanzvermögensberater eine Besonderheit: Es ist nämlich seine eigene Kletterhalle, die er gemeinsam mit seinen Freunden Sascha Goebbels und Klaus Michelis in wenigen Tagen eröffnet.

Kinder üben in eigenem Raum

Noch aber schaut es in der Halle nach Baustelle aus: Ein dicker Baumstamm liegt zum Aufrichten auf dem Hallenboden herum, der Fußboden ist noch offen und die geplante Bogenschießanlage nicht einmal zu erahnen. Selbst Hinweisschilder, dass sich zwischen Büro- und Industriehallen in der Hagenauer Straße die Wiesbadener Nordwand, so der Name der Kletterhalle, versteckt, fehlen noch. Doch dass soll in Kürze alles gerichtet sein.

Nach der Eröffnung am 17. März, die mit einem großen Fest gefeiert wird, steht Kletterliebhabern eine 2500 Quadratmeter große Fläche für ihren Sport zur Verfügung. Neben der Kletterhalle mit einer Deckenhöhe von zwölf Metern gibt es einen Waldseilgarten sowie eine Bogenschießanlage. Seminarräume und ein Aufenthaltsraum mit Essensmöglichkeit sind auch vorgesehen.

Im Waldseilgarten kann man 50 Einzelübungen absolvieren, zudem gibt es eine Seilrutsche. Die Kletterwand in der Halle besteht aus felsähnlichen Strukturen, einer beleuchteten Kletterspalte und Über-Kopf-Klettern ist auch möglich. „Für Kinder und Jugendliche gibt es einen abgetrennten Kletterraum, damit Sportkletterer nicht gestört werden“, sagt Oberwalder. Außerdem planen sie ein Zusatzprogramm, das von Schnupperkursen bis zu Robin Hood-Geburtstagspartys oder Livemusik-Kletterabenden reicht.

Für Dennis Oberwalder ist die Eröffnung der Wiesbadener Nordwand die Erfüllung eines Lebenstraums: „Vor fünf Jahren waren Sascha und ich das erste Mal klettern. Noch am selben Tag besorgten wir uns eine komplette Kletterausrüstung“, erzählt er. Danach ließ die Kletterfreude sie nicht mehr los.

Sportklettern boomt

Damit sind sie nicht die Einzigen. Seit Ende der 1960er Jahre, ausgehend von den USA, gewinnt das Sportklettern immer mehr an Zulauf. Im Gegensatz zum Bergsteigen steht dabei nicht das Erreichen eines Gipfels im Vordergrund, sondern vielmehr die Route selbst. In verschiedenen Schwierigkeitsstufen – häufig durch andersfarbige Halterungen markiert – klettern die Sportler eine Wand hinauf.

Laut Deutschem Alpenverein gibt es 370 Kletterhallen in Deutschland. Besonders viele in Süddeutschland und nur 20 in Hessen. Bewusst haben sich daher Dennis Oberwalder und seine Mitstreiter den Standort Wiesbaden ausgesucht. Bislang fehlte hier eine Klettermöglichkeit, nur auf dem Neroberg liegt ein Outdoor-Waldseilgarten. Eine halbe Million Euro kostete die Drei die Erfüllung ihres Traumes. Damit er Wirklichkeit bleiben kann, hoffen sie auf 100 000 Besucher im Jahr.

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