Lade Inhalte...

Wiesbaden Wohnungen ins Alte Gericht

Das Land Hessen lässt eine Umnutzung des Gebäudes prüfen. Nach Jahren des Leerstandes hoffen die Parteien, dass es in der Moritzstraße voran geht.

So mancher Wiesbadener hätte gern ein Stadtmuseum in dem alten Gerichtsgebäude an der Moritzstraße. Da das aber nun woanders gebaut werden soll, hat sich das Land Hessen gefragt, ob in dem historischen Gebäude Wohnraum entstehen könnte.

Der Sprecher des hessischen Finanzministeriums, Nick Pietzonka bestätigte, dass seitens des Finanzministeriums eine „Prüfung der Eignung des Gebäudes für eine Umnutzung zu Wohnzwecken“ veranlasst worden sei.

2009 war das Landgericht aus dem Gebäude ausgezogen, seitdem steht es leer. Zuletzt wollten die European Business School (EBS) und die Hochschule Fresenius an der Moritzstraße einen gemeinsamen Campus errichten. Ende 2013 stieg jedoch die EBS, die mit ihrer „Law School“ in das alte Gericht einziehen wollte, aus dem Projekt aus.

Die Hochschule Fresenius hält nach eignenen Angaben an ihrem ursprünglichen Plan fest, einen Neubau auf der Fläche neben dem alten Gericht zu errichten.

Warten auf alternativen Plan

Da das Land Hessen Eigentümer des Gerichtsgebäudes ist, wartet die Stadt Wiesbaden seit dem Ausstieg der EBS auf einen alternativen Plan für die Nutzung von Seiten des Landes.

Laut Pietzonka habe das Finanzministerium bereits Alternativen für das Gebäude geprüft. „Die Hochschule Fresenius hat in ihrem Konzept keine Verwendung für den Altbau“, sagte Pietzonka. Ebenfalls sei die Nutzung durch eine Landesbehörde ins Auge gefasst worden, „die Prüfungen haben aber ergeben, dass eine solche Unterbringung aus flächenwirtschaftlicher Sicht nicht optimal sein dürfte“, sagte Pietzonka. Deshalb habe man nun die Nassauische Heimstätte beauftragt, die Eignung des Gebäudes für eine Umrüstung zu Wohnzwecken zu prüfen. Ein Ergebnis werde in ein bis zwei Wochen vorliegen.

Wohnungen im alten Gericht seien eine Alternative und „für das Quartier durchaus vorstellbar“, sagte Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD). „Aber es liegt uns noch keine genaue Planung vor, das ist Aufgabe des Landes. Wir als Stadt wollen jedoch, sobald eine Planung vorliegt, innerhalb von ein- bis eineinhalb Jahren für Baurecht sorgen, damit es voran gehn kann.“

Die Wohnungspläne kollidierten laut Pietzonka nicht mit den Plänen der Hochschule Fresenius, deshalb sei diese auch mit einer solchen Lösung einverstanden. Sollte sich eine Wohnnutzung als technisch und wirtschaftlich sinnvoll herausstellen, wolle das Land das Gerichtsgebäude für die Umsetzung eines Wohnprojekt an einen geeigneten Investor verkaufen, teilte der Sprecher außerdem mit.

Hans-Martin Kessler von der CDU-Rathausfraktion begrüßte die Prüfung des Gebäudes auf seine Umnutzung zu Wohnzwecken. „Wohnungen würden das Viertel beleben und die Möglichkeit schaffen, die Entwicklung des gesamten Areals schneller voran zu bringen“, sagte Kessler. „Endlich vorangehen“ darf es auch laut SPD-Fraktionsvorsitzenden Dennis Volk-Borowski. „Wir hoffen, deshalb, dass die Prüfung positiv ausgeht.“ Wiesbadens Grüne wollten ihre Position zum Thema Wohnungen im alten Gericht an der Moritzstraße erst noch in einer Fraktionssitzung nach Redaktionsschluss beraten.

„Das Land Hessen ist Eigentümer dieser Immobilie, deshalb kann es alles prüfen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion aus Linken und Piraten Hartmut Bohrer. Er hält den Bau von Wohnungen in dem Gebäude allerdings für einen „erheblichen Aufwand“. „Da müssen Leitungen verlegt werden für sanitäre Anlagen und Küchen, die Raumgrößen für Wohnungen müssten hergestellt werden und das alles in einem denkmalgeschützten Haus“, sagte er. Ein Stadtmuseum sei viel besser geeignet für das alte Gericht, „das ist eine plausible Lösung, es kann baulich leicht umgesetzt werden und damit auch zeitnah“, sagte Bohrer.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen