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Wiesbaden Wohncontainer für 260 Flüchtlinge

An der Ecke Äppelallee/Friedrich-Bergius-Straße sollen Flüchtlinge untergebracht werden. Die Anlage in Biebrich soll bis Januar fertig sein. Die Stadt sucht außerdem nach weiteren Standorten.

Im Biebricher Gewerbegebiet, an der Ecke Äppelallee/Friedrich-Bergius-Straße soll eine neue Wohncontainer-Anlage zur Unterbringung von 260 Flüchtlingen und Asylbewerbern entstehen. Bereits im Januar, so Sozialdezernent Arno Goßmann (SPD), könne das mehr als zwei Millionen Euro teure Containerdorf fertig sein.

Die Entwicklung in den Krisenherden der Welt, besonders in Syrien und dem Irak, ist laut Goßmann einer der Gründe, warum die Stadt den Bau forciert. Die Vorbereitungen für den Bau laufen, die Stadtentwicklungsgesellschaft werde in Kürze den Bauantrag stellen.

In den vergangenen Jahren stieg der Flüchtlingsstrom nach Wiesbaden merklich an. Im Jahr 2012 waren es 185 Personen, in 2013 schon 300. „Im Jahr 2014 werden es 500 oder mehr sein“, ist in einer Vorlage zu lesen, die am Montag dem Ortsbeirat Biebrich übergeben wurde.

Vorausschauend handeln

Die Stadt will die neuen Unterkünfte nicht mit einem Schlag belegen. „Es ist nicht so, dass da ein Zug vorfährt und 260 Flüchtlinge aussteigen“, sagt Goßmann. Im Gegenteil: Im Sinne von Ruhe und Frieden sei die Stadt bemüht, vorausschauend zu handeln. „Es gibt bekanntermaßen Volksgruppen, die sich untereinander nicht so gut verstehen. Die müssen dann ja nicht in der selben Unterkunft schlafen“, erklärt Goßmann.

Die an der Äppelallee geplanten Container sind nicht der einzige Ort, wo Flüchtlinge untergebracht werden sollen. „Wir suchen im Stadtgebiet nach geeigneten Objekten und sind hierbei auch für sinnvolle Vorschläge offen“, sagt Goßmann.

Dass eine andere Kommune mehr Flüchtlinge aufnimmt, ist nicht zu erwarten. Die zentrale Landesaufnahmestelle in Gießen sei bereits überfüllt. Außerdem habe das Land angekündigt, dass die Kommunen zukünftig auch Flüchtlinge aufnehmen müssen, die noch gar keinen Asylantrag gestellt haben, dies aber beabsichtigen. Für diese Gruppe war bisher die Landesaufnahmestelle zuständig.

Angespannte globale Sicherheitslage

Die weiterhin angespannte globale Sicherheitslage und steigende Flüchtlingszahlen bringen die Stadt dazu, auch im Altbau des zur Altenhilfe gehörenden Toni-Sender-Hauses, Rudolf-Dyckerhoff-Straße, in Biebrich eine temporäre Unterkunft einzurichten. Ein Jahr lang sollen hier bis zu 70 Flüchtlinge beherbergt werden. „Mit einer kurzfristigen Bereitstellung dieser Unterkunft sollten alle Risiken abgedeckt sein“, sagt der Sozialdezernent. „Wir müssen bewegungsfähig bleiben.“

Die Rathaus-Fraktion von Linken und Piraten bemängelt den geplanten Standort und die Art der Unterbringung: „Auch und gerade Flüchtlinge brauchen Zugang zu sozialer Infrastruktur und dürfen nicht kaserniert werden“, schreibt Stadtverordnete Manuela Schon.

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