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Wiesbaden Windprojekt verstößt gegen Recht

Die Windrad-Gegner halten das Taunus-Projekt für nicht umsetzbar und haben jetzt die Einwendungen bei der Genehmigungsbehörde abgegeben.

Viele Wiesbadener wollen keine Windräder auf dem Taunuskamm. Foto: Andreas Arnold

Carsten Gödel und seine Mitstreiter können sich jetzt keine Zweifel an der paragraphentreue der hessischen Behörden leisten. Ansonsten wäre die ganze Arbeit, die der Verein in die 995 Seiten Gutachten und Einwendungen gegen die auf dem Taunuskamm geplanten Windräder gesteckt hat, für die Katz‘. „Wenn in Deutschland Recht und Gesetz noch etwas gilt, dann sind die Anlagen hier nicht genehmigungsfähig“, so Gödel.

Termingerecht hat der Verein die Einwendungen bei der Genehmigungsbehörde, dem Regierungspräsidium Darmstadt abgegeben. Die zwei Ordner enthalten die, Argumente gegen den Bau der zehn Windräder auf dem Taunuskamm.

„Jetzt sind es nur noch neun, weil das Wiesbadener Bauaufsichtsamt schon einen Standort kassiert hat“, freut sich Gödel.

Die Antragsteller, die Eswe-Versorgungs-Tochterfirma „Taunuswind“, hat bei den andauernden Standort-Verschiebungen in den vergangenen Monaten eine Anlage zu nah an Taunusstein herangerückt. Die Nachbarkommune, die einst noch mit im Boot war aber aufgrund der demokratischen Mehrheit im Parlament aus den Windrad-Plänen ausstieg, versagte die Zustimmung zum Bau dieses Windrads. „Skandalös“ findet das Gödel.

Wider den politischen Willen

In Wiesbaden gibt es eine politische Mehrheit für den Bau der Windräder, die dazu beitragen sollen, das Klimaschutzziel der Landeshauptstadt zu erreichen. Daraus macht Umweltdezernent Arno Goßmann (SPD) kein Geheimnis. Und auch die städtische Tochterfirma Eswe Versorgung ist sehr interessiert am Investitionsprojekt „Taunuswind“, es geht um viel Geld.

In tagelanger Eigeninitiative, mit Spenden und privaten Mitteln haben die Taunussteiner Privatleute rund um Gödel eigene Gutachter beauftragt, bei Aufspannen von Fledermausnetzen geholfen und sich tief in die Thematik eingearbeitet. Gödels Fazit: „Es wird bei diesem Projekt an allen Ecken und Enden gegen geltendes Recht verstoßen“.

Das, so vermutet Gödel, sei mit Vorsatz geschehen. Der von Eswe Taunuswind beauftragte Gutachter Günther Ratzbor habe als Artenschützer zum Beispiel im Oktober nach Hirschkäfern gesucht und keine gefunden, weil die Käferlarven von September an verpuppt in der Erde auf das nächste Frühjahr warten. Gödel glaubt hier nicht an Zufall. „Das Regierungspräsidium kann das Projekt guten Gewissens nicht befürworten“, so Gödel.

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