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Wiesbaden Weg frei für G9-Vollgymnasium

Das Kultusministerium gibt grünes Licht für die Niemöller-Schule als G9-Vollgymnasium. Die CvO wird Wiesbadens einziges Oberstufengymnasium sein.

24.09.2014 18:19
Die CvO wird Wiesbadens einziges Oberstufengymnasium sein (Archivbild). Foto: Renate Hoyer

Die Martin-Niemöller-Schule in Wiesbaden darf sich in ein G9-Gymnasium verwandeln. Das hat der hessische Kultusminister Ralph Alexander Lorz (CDU) in dieser Woche im Landtag angekündigt.

Bisher bietet die Schule nur die Oberstufe für Gymnasiasten an. Künftig würde sie Schülerinnen und Schüler bereits ab der fünften Klasse aufnehmen. Im kommenden Schuljahr könnte sie nach ihrem Konzept mit drei fünften Klassen starten.

Im Manuskript für seine Regierungserklärung zur Schulpolitik hatte der Minister noch kein Wort zu der Wiesbadener Schule stehen. In seiner Rede ging er aber dann kurz auf deren Wunsch ein, sich zum Gymnasium umzuwandeln. Er wolle ihr „den Weg ermöglichen“, versprach Lorz.

Das sei ein gutes Beispiel für die „Wahlfreiheit“, die die schwarz-grüne Landesregierung den Schulen ermöglichen wolle. Dazu zähle auch die Freiheit zu entscheiden, ob Gymnasien die Schüler in acht oder neun Jahren zum Abitur führen (G8 oder G9). Die Martin-Niemöller-Schule hat G9 gewählt, also den Weg zum Abitur nach insgesamt 13 Schuljahren.

Unmittelbar vor den Sommerferien hatte sich die Gesamtkonferenz des Oberstufengymnasiums mit großer Mehrheit für den Wechsel der Schulform ausgesprochen. Grund dafür ist ein drastischer Rückgang der Schülerzahl. Die Martin-Niemöller-Schule wurde 2007 nach einem Brand für 13 Millionen Euro rundum erneuert.

Schule wartet auf Neubau

Nach eigenen Angaben bietet sie Platz für 850 Schülerinnen und Schüler, wird aber nur von 500 Jugendlichen besucht. In der Wiesbadener Stadtpolitik war die Entscheidung zur Gründung eines Vollgymnasiums begrüßt worden. Nun schließt sich die Landesverwaltung diesem Votum an.

Die Schulleiterin der Martin-Niemöller-Schule, Elisabeth Waldorff, ist zufrieden, dass das Vorhaben Unterstützung von allen Seiten erhalte. Schließlich gehe ein Rückgang der Schülerzahlen auch zu Lasten der Vielfalt des Angebots, sagt sie.

Ihr zufolge werde die Schule jedoch auch weiterhin offen für Schüler in der sogenannten Einführungsphase, also der elften Klassen sein, die beispielsweise von einer Integrierten Gesamtschule auf ein Gymnasium wechseln wollten. „Das ist auch erforderlich. Schließlich reicht ein Oberstufengymnasium für Wiesbaden nicht aus“, sagt sie.

Ziel ist, die Umwandlung der Schule zum neuen Schuljahr abgeschlossen zu haben. Dann gibt es in der hessischen Landeshauptstadt nur noch ein einziges Oberstufengymnasium: die Carl-von-Ossietzky-Schule (CvO).

Die Schule wartet noch immer auf ihren Neubau. Das Gebäude muss wegen Baufälligkeit und mangelndem Brandschutz 2015 geschlossen werden. Den Neubau der CvO hat die große Koalition an den Bau des Stadtmuseums gekoppelt, über das derzeit heftig diskutiert wird. (pit/uf)

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