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Wiesbaden Tabea Rößner bittet um Augenmaß

Die Mainzer Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner (Grüne) warnt Wiesbaden vor übereilten Entscheidungen an der Lesselallee.

Schwer beschädigt: eine der Lesselallee-Kastanien. Foto: Michael Schick

Die Mainzer Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner (Grüne) hat sich in einem offenen Brief an den Wiesbadener Oberbürgermeister, Sven Gerich (SPD) und den Ordnungsdezernenten, Oliver Franz (CDU), gewandt. Hierin bittet sie die Wiesbadener Stadtspitze darum, bei der Entscheidung über die Rodung der Lesselallee auf der Maaraue „alle Optionen zu prüfen“ und keine voreiligen Entscheidungen zu treffen.

Dabei hat sie auch ihre eigenen Wähler im Blick: „Viele Mainzer nutzen das Naherholungsgebiet an der Maaraue und verbinden mit den Bäumen viele Erinnerungen“, so Rößner. Die Mainzer Autorin Anna Seghers beschreibe die Allee sogar in ihrem Buch „Das siebte Kreuz“, Carl Zuckmayer habe sie in seiner Autobiographie erwähnt. Dies unterstreiche auch die historische Bedeutung der Allee für die Stadt Mainz.

Nach einem Ortstermin am Montag mit der Bürgerinitiative „Rettet unsere Kastanien“ berichtet Rößner: „Offenbar gibt es neue Erkenntnisse hinsichtlich der Verkehrssicherheit und dem Zustand der Bäume. Dennoch, so befürchten die Bürgerinnen und Bürger, scheinen diese Erkenntnisse nicht von Seiten der Stadt Wiesbaden berücksichtigt zu werden.“

Die Bundestagsabgeordnete schlägt vor, ein weiteres Gutachten einzuholen, oder die beiden bisherigen Gutachter gemeinsam zu einem Ortstermin einzuladen, bei dem auch die Bürgerinnen und Bürger teilnehmen können.

„Die Menschen mitnehmen“

Rößner argumentiert in ihrem Schreiben nicht nur mit sentimentalen oder ökologischen Aspekten: „Die Stadtspitze muss den Menschen zeigen, dass sie ihr Anliegen ernst nimmt. Politik muss die Menschen mitnehmen. Sie muss für Transparenz sorgen und die Bedenken ernst nehmen. Das gilt insbesondere für die Kommunalpolitik, die so nah bei den Menschen ist.“

Die Linken im Landtag fordern gleichzeitig die hessische Umweltministerin, Priska Hinz (Grüne) zu einer Stellungnahme auf. „Hinz muss klarstellen, ob die geplante Fällung der unter Naturschutz stehenden Alleebäume mit ihrem Ministerium abgestimmt ist“, so Marjana Schott, umwelt- und verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Landtags-Fraktion. Die Meinung der Ministerin ist wichtig, da sich die Allee im Eigentum des Landes befindet und Wiesbaden sie nur pflegt.

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