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Wiesbaden Suche nach dem Glück

Im Jahr seines 50-jährigen Bestehens bringt das Schwarze Theater Velvets das Stück „Der blaue Vogel“ erstmals in Wiesbaden auf die Bühne.

Premiere "Der Blaue Vogel"
Schön blau: Szene mit Katze, Nacht und Tyltyl (v. l.). Foto: Michael Schick

An Heiligabend gibt es in der Hütte des armen Holzfällers für die Kinder Tyltyl und Mytyl gar nichts. Während sich im Nachbarhaus die Tische unter Geschenken und Speisen biegen, können sie nur aus der Ferne zuschauen und „Kuchen essen“ spielen. Da erscheint ihnen die Fee Berylune und bittet, bei der Suche nach dem blauen Vogel als Heilmittel für ihre kranke und unglückliche Enkelin zu helfen. Sie überreicht Tyltyl einen Hut mit einem Diamanten voller Zauberkraft. Er lässt sehen, was in den Dingen ist, und bringt ihre Seelen zum Sprechen.

Tyltyl und Mytyl machen sich auf den Weg, begleitet von Tyltyls Hund, Mytyls Katze und dem personifizierten Licht. Insgeheim will die Katze aber nicht, dass sie den blauen Vogel finden, denn er offenbart das Geheimnis der Dinge und des Glücks. Dadurch würden Menschen alles wissen und die Natur wäre ihnen ausgeliefert, warnt die Katze. Die Reise führt die Kinder in den Palast der Nacht, ins Land der Erinnerung, auf den Friedhof, in die Glücksgärten sowie das Land der Zukunft – und letztlich zu sich selbst.

Im Jahr seines 50-jährigen Bestehens bringt das Schwarze Theater Velvets das Stück „Der blaue Vogel“ erstmals in Wiesbaden auf die Bühne. Der Autor Maurice Maeterlinck zählt zu den wichtigen Vertretern des Symbolismus und galt seinerzeit als der „belgische Shakespeare“. Seine Stücke wurden bis zum Ersten Weltkrieg auch in Deutschland sehr häufig aufgeführt. Thomas und Heinrich Mann gehörten zu seinen Bewunderern, Rilke übersetzte seine Gedichte.

Daneben schrieb Maeterlinck philosophische Essays über die grundlegenden Fragen der menschlichen Existenz, die Seele, den Tod und das Mysterium. Das bekannteste Werk des Literaturnobelpreisträgers von 1911 ist das mehrfach vertonte „Pelléas und Mélisande“. Sein symbolistisches und surrealistisches Stück ist jedoch das 1906 entstandene Märchenspiel „Der blaue Vogel“.

Dessen traumhafte Atmosphäre setzen die drei Regisseure Dana Bufková, Bedrich Hanyš und Barbara Naughton in ihrer Bearbeitung des Stoffs bestens in Szene. Sie erschaffen poetische Bilder; raffinierte Projektionen und kluge Musikauswahl tragen ihren Teil dazu bei. Gegenstände zum Leben zu erwecken, vermag ohnehin kein anderes deutsches Theater so wie die Velvets. Lucie Uliková gibt jedem eine unverwechselbare Gestalt. Neben den fantasievollen Puppen hat sie auch die Kostüme und Ausstattung kreiert.

Für die 15 sichtbaren und unsichtbaren Darsteller gab es bei der Premiere am Samstagabend viel Beifall im ausverkauften Haus.

Weitere Vorstellungen sind am 30. September sowie am 14. und 15. Oktober. www.velvets-theater.de

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