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Wiesbaden Streit um Auslastung

Wie viele Menschen passen in einen Linienbus? Nicht so viele, wie mancher Politiker gern hätten, finden die Befürworter der Citybahn und kündigen die nächste Aktion an.

Kaum ein Thema wird in Wiesbaden so kontrovers diskutiert wie die Citybahn, ein Straßenbahnprojekt, das Mainz und Wiesbaden und später auch Wiesbaden mit dem Umland verbinden soll. Nachdem die Industrie- und Handelskammer (IHK) kürzlich Zweifel an dem Vorhaben geäußert hat, bietet Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne) der Kammer eine intensive Zusammenarbeit an. Derweil wird weiter über die Frage gestritten, wie viele Fahrgäste in einen Bus passen.

Zur Stellungnahme der IHK sagt Kowol, es sei klar, dass die Citybahn in ein integriertes Verkehrskonzept eingebunden werden muss und nicht alleine die Verkehrsprobleme der Stadt Wiesbaden lösen könne. Das Dezernat arbeite mit Hochdruck an diesem Konzept, das alle Aspekte der künftigen Mobilitätsentwicklung und Infrastruktur berücksichtigen werde. Die IHK könne sich in diesen Prozess einbringen und auch selbst Lösungsvorschläge erarbeiten.

In einer Mitteilung heißt es: „Das Dezernat stimmt der Analyse der IHK zu, dass in Zukunft ein Verkehrskollaps droht. Auch die angeführten Analysedaten werden richtig interpretiert, daraus müssen künftig tragbare Konzepte entstehen.“

Konsens herrsche in der Einschätzung, dass das Projekt noch nicht entscheidungsreif ist, weil noch viele Daten und Informationen fehlten. Die Beschaffung und Aufarbeitung dieser Daten sei Gegenstand des aktuell laufenden Planungsverfahrens. „Dieser Prozess muss dringend abgewartet werden, die ersten Zwischenergebnisse deuten schon sehr deutlich auf eine hohe Wirtschaftlichkeit einer Citybahn hin.“ Kowol verweist darauf, dass die Stadt seit 17 Jahren Alternativen prüft.

Aktion im Bus

Für Diskussionen sorgt auch eine Mitteilung der FDP-Rathausfraktion, in der sie sich auf Aussagen von Kowol zur Auslastung der Busse beruft und schlussfolgert, dass die Buskapazitäten selbst in Spitzenzeiten nicht ausgelastet sind und somit eine Straßenbahn nicht nötig sei.

Um das Gegenteil zu beweisen, hatte die Bürgerinitiative „Bürger Pro Citybahn“ zu einer Aktion eingeladen. 47 Menschen sollten im vorderen Teil eines Busses Platz nehmen. In einer Mitteilung der Initiative heißt es dazu, es sei eindrucksvoll deutlich geworden, „dass die Aussagen der FDP mit der Realität nicht vereinbar sind“. Der Bus sei überfüllt gewesen. Die Aktion soll demnächst wiederholt werden, kündigt die Initiative an. diu

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