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Wiesbaden Post für Radwege-Blockierer

Mitglieder des Bündnis‘ für Verkehrswende starteten gestern eine besondere Aktion.

Annette Bänsch-Richter-Hansen verteilte gestern Infozettel an Falschparker. Foto: Michael Schick

Wer sein Auto gestern auf einem Radweg abgestellt hat, um mal eben kurz Brötchen beim Bäcker des Vertrauens, einen Blumenstrauß für Oma oder Kopfschmerztabletten in der Apotheke zu kaufen, wird wohl nach der Rückkehr zum Wagen erstaunt dreingeblickt haben: prangte doch an der Scheibe ein grüner Zettel – Post vom Bündnis Verkehrswende Wiesbaden.

Unaufgeregt und ohne Vorwürfe wurden auf diesem die Autofahrer darauf hingewiesen, dass sie auf einem Radweg parkten und so die Radfahrer zwängen, auf die Straße auszuweichen. Am Ende des Textes war zu lesen, dass man sich freue, wenn es zu einem Austausch käme.

Für Empathie auf beiden Seiten

Dirk Vielmeyer vom Bündnis für Verkehrswende Wiesbaden ist einer der Initiatoren der Aktion, die gestern am Internationalen Falschparker-Tag startete. „Wir wollen so für Empathie auf beiden Seiten werben, sprich, dass die Autofahrer Rücksicht auf die Radfahrer nehmen und natürlich auch umgekehrt“, sagt Vielmeyer.

Etwa 100 Zettel haben die Mitglieder des Bündnisses im Laufe des Mittwochs an Windschutzscheiben von Autos gehängt, die Radwege blockierten. „Lange suchen mussten wir nicht“, sagt Vielmeyer. Vor allem in der Taunusstraße sei man aktiv geworden.

Zu seinem Amtsantritt hatte auch Ordnungsdezernent Oliver Franz (CDU) Falschparkern in Wiesbaden im vorvergangenen Jahr den Kampf angesagt. Fünf groß angelegte Abschleppaktionen hat es seitdem in der Taunusstraße gegeben. Insgesamt seien im vergangenen Jahr 2330 Strafzettel auf Radwegen im gesamten Stadtgebiet verteilt worden, teilt sein Dezernat mit – 1046 in der Taunusstraße.

Auch in den kommenden Tagen und Wochen sollen weitere Zettel verteilt werden. „Parken auf Radwegen ist ein Dauerthema, an dem man dran arbeiten muss, um es zu lösen. Da reicht eine solche Aktion natürlich nicht“, sagt Vielmeyer, der fordert, dass das Problem von der Stadt gelöst werde. „Es ist nicht Sache der Rad- und Autofahrer, das auf der Straße auszufechten.“

Weitere Aktionen sollen folgen. Neben dem monatlich donnerstags stattfindenden Radkorso, der um 18 Uhr am Wiesbadener Hauptbahnhof startet, zeichnet das Wiesbadener Bündnis auch für das Verkehrswendefest im September rund um die Ringkirche verantwortlich. Das soll in diesem Jahr jedoch etwas anders werden als in den vergangenen Jahren, kündigt Vielmeyer an. Was genau geändert werden wird, will er nicht verraten. „Wir werden das Fest jedoch ausweiten und vermutlich wird es nicht mehr im September gefeiert.“

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