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Wiesbaden Pippi macht, was allen gefällt

Das Kindertheater bei den Sommerfestspielen auf der Burg Sonnenberg begeistert die Zuschauer. Weitere Vorstellungen folgen.

17.07.2016 20:37
Mirjam Ulrich
Kinder lieben Pippi Langstrumpf – Erwachsene auch. Foto: Michael Schick

Plötzlich ist sie einfach da. Sie kommt von irgendwoher mit dem Schiff, ihren Vater hat eine riesige Welle über Bord gespült. Das neunjährige Mädchen namens Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf, kurz Pippi Langstrumpf, hat nur einen Affen und ein Pferd als Begleiter. Ein Baugerüst dient ihr als „Willa Kuntabund“ – zur Schule ist sie auch nie gegangen.

Das ruft Frau Prysselius auf den Plan, die Pippi in Obhut nehmen und mit Hilfe zweier Polizisten ins Waisenhaus bringen will. Was natürlich nicht gelingt. Pippi treibt mit den beiden Polizisten Schabernack – zur großen Gaudi der zahlreichen Kinder in der ausverkauften Vorstellung der Sommerfestspiele. Nach „Räuber Hotzenplotz“ im Vorjahr bringt das Künstlerhaus 43 Astrid Lindgrens Kinderbuchklassiker auf die Naturbühne der Burg Sonnenberg.

Das Stück sei sehr tagesaktuell, sagt Intendant Wolfgang Vielsack, der für die Inszenierung und das Bühnenbild verantwortlich zeichnet. „Wir erleben viele Menschen, die über das Meer nach Europa kommen, darunter viele Kinder, die alleine sind.“ Auch bei Pippi wirke alles, was sie mache, erst einmal fremd. Er möge dieses Stück, erläutert Vielsack, „weil es einem so vorführt, dass es das eigene Leben bereichert, wenn man sich auf etwas Fremdes einlässt.“

So wie Tommy und Annika, die kreuzbraven Nachbarskinder, von Jan Westphal und Rebecca Glockner mit köstlicher Mimik gespielt. Patrick Twinem und Matthias Ningel, der deutsche Kabarettmeister 2016, bringen gleich in drei Rollen die kleinen Zuschauer zum Lachen und Mitfiebern. Horst Krebs und Claudine Tadlock überzeugen als Kapitän Langstrumpf und Frau Prysselius und sorgen für ein überraschendes Ende, das vom Buch abweicht.

Wie immer gibt es einige Anspielungen auf Wiesbaden. Die „Hoppetosse“, das Schiff von Efraim Langstrumpf, liegt daher im Schiersteiner Hafen. Theresa Faßbender wiederum verkörpert nuancenreich Pippi, den Publikumsliebling in der rundum gelungenen Inszenierung.

Entsprechend groß ist auch die Nachfrage nach Karten am ersten Festival-Wochenende. Damit niemand an der Tageskasse weggeschickt werden muss, führt das Künstlerhaus 43 kurzerhand wieder eine „Holzklasse“ ein und stellt Bänke dazu. Die Sommerfestspiele finanzieren sich durch den Kartenverkauf, Sponsoren und einen Zuschuss vom Kulturfonds Rhein-Main.

Petra Sieberling hat sich mit ihrer vierjährigen Enkelin Ina Rosa rechtzeitig Plätze in der zweiten Reihe gesichert. Ihr habe die Inszenierung und das ganze Ensemble wirklich gut gefallen, sagt die Wiesbadenerin hinterher. Das Stück eigne sich auch für Vierjährige. „Eine Stunde ist für kleine Kinder gut auszuhalten. Die Kinder sind richtig mitgegangen.“

Auch Patricia und Dirk Friedrich zeigen sich sehr angetan. Allein schon die Atmosphäre in der Burg habe für Kinder ihren Reiz, findet Patricia Friedrich. Die gesamte Familie sei voriges Jahr bereits mit der „Hotzenplotz“-Inszenierung sehr zufrieden gewesen, ergänzt Ehemann Dirk. „Erwachsene haben genauso ihren Spaß daran.“ Auf dem Weg zum Auto pfeift er das berühmte Lied von Pippi Langstrumpf.

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