Lade Inhalte...

Wiesbaden Party, Politik und Pädagogik

Im Kulturpark findet das Festival „Youth Culture 65XXX“ statt. Internationale Künstler sind vertreten. Vor dem Festival gibt es eine Kundgebung und Demonstration unter dem Motto together against racism.

Der Kulturpark nahe dem Schlachthof verwandelt sich am Freitag in ein Festivalgelände. Foto: Michael Schick

David Levy weiß schon ganz genau, wie der Hase im Business läuft. Gelassen sitzt er im Besprechungsraum des Sozialdezernenten und Bürgermeisters Arno Goßmann (SPD) und hat nur die besten Worte für das Festival „Youth Culture 65XXX“ und die Organisatoren übrig. Der 18-jährige ist in der Booking-Gruppe des Festivals aktiv, das Jugendliche organisieren. Mit Unterstützung der Stadt, wohlgemerkt.

Bei freiem Eintritt wird im Kulturpark am Freitag, 15. Juli, 15 bis 24 Uhr, auf zwei Bühnen gefeiert, zu hören sind Bands aus Wiesbaden, der Region, aber auch aus England. Stilistisch wird die zeitgenössische Musikkultur zumindest grob abgedeckt: Rap, Hardcore und Elektronik. Mit 14 Bands und drei DJ-Teams unterschiedlichster Ausprägungen.

23 000 Euro sowie jede Menge Wissen, Engagement und Liebe zum Detail hat die Abteilung Jugendarbeit der Stadtverwaltung in die Organisation und die Organisatoren investiert. Die 23 Jugendlichen im Alter von 14 bis 19 Jahren können bei „Youth Culture 65XXX“ wichtige Erfahrungen in Event-Organisation, Veranstaltungsmanagement und Marketing sammeln. Unterstützung kam hierbei erstmals auch von Mentoren aus der Kreativfabrik und dem Kulturpalast.

Laut mit Ansage

„Das ist wirklich eine gute Sache für uns, dass uns hier einerseits ganz viel Freiheit gelassen, andererseits aber auch die nötige Hilfestellung gegeben wird“, sagt Levy, der mittlerweile ein Studium im Fach „Musikmanagement“ angefangen hat. Er habe das Festival, das zuletzt noch auf dem Schlossplatz gefeiert wurde, als Besucher kennengelernt. „Ich habe mich erkundigt, wie und wo ich mitmachen kann.“ Die 17-jährige Aleyna Krummeck ist begeistert von dem Team aus Jugendlichen. Wie Levy ist auch sie schon mehrere Jahre dabei. „Insbesondere in diesem Jahr kann man sehen, wie viel allen Beteiligten an dem Projekt liegt“, sagt sie.

Bernd Seel betreut das Festival und die jugendlichen Organisatoren seitens der Stadt und ist ebenfalls voll des Lobes. „Für uns ist das ein wichtiges Projekt, weil es gelebte Teilhabe an sozialen Prozessen vermittelt“, sagt er. Und dass die Organisation neben all den pädagogischen Effekten auch Spaß macht, merkt man Seel an, wenn er von der Arbeit spricht. „Es geht nicht darum, das perfekte Festival zu organisieren. Uns liegt am Herzen, dass die Jugendlichen selbst ihren Weg finden und wir selten eingreifen.“

Den Jugendlichen geht es aber nicht nur um Musik, sondern auch um Inhalte. „Wir haben darauf geachtet, dass keine extremistischen Bands im Programm sind. Und um noch ein Statement zu setzen, lassen wir dem Festival die Kundgebung und Demonstration unter dem Motto ,together against racism‘ vorangehen“, erklärt Levy. Gemeinsam ziehen die Demonstranten vom Mauritiusplatz zum Kulturpark.

Dass das Festival im Kulturpark ausgetragen wird, ist für Goßmann ein großer Fortschritt. „Im Kontext des Folklore-Festivals haben die Gerichte über Klagen der Anwohner beraten und entschieden, dass diese zehn Ausnahmen pro Jahr ertragen müssen“, sagt der Umweltdezernent.

Das Youth Culture Festival solle nicht der legitime Nachfolger des zuletzt defizitären Folklore-Festivals werden, für das die Politik den jährlichen Zuschuss in Höhe von 120 000 Euro gestrichen und damit das Beil über die Veranstaltung gesenkt hat, sagt Goßmann. „Trotzdem werden wir die Anwesenden befragen, um herauszufinden, was ein Jugendkulturfestival in der Landeshauptstadt braucht, um erfolgreich zu sein.“

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen