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Wiesbaden Panzer auf Schloss Freudenberg ausgestellt

1. UpdateAm Sonntag wird das Documenta-Kunstwerk „Polemos“ von Andreas Angelidakis auf Schloss Freudenberg installiert.

Die gepolsterten Elemente haben einen Styropor-Kern und sind mit Camouflage-Mustern bezogen. Foto: Nils Klinger

Auf den ersten Blick martialisch, auf den zweiten weich und leicht: Die Gesellschaft Natur & Kunst Schloss Freudenberg hat das wuchtige Kunstwerk „Polemos“ des Athener Künstlers Andreas Angelidakis erworben. Es ist die Nachbildung eines Leopard-Panzers in Originalgröße. Am Sonntag, 4. März, wird er im Dachgeschoss von Schloss Freudenberg installiert und soll die Basis eines „Denkraums“ werden, kündigt der Verein an. Und die Installation soll eine gruppendynamische Kunstaktion werden.

Angelidakis hatte das Gebilde für die Documenta 14 im vergangenen Jahr entworfen. In Kassel sorgte das aus 136 mobilen Teilen bestehende Kunstwerk als „Parliament of Bodies“ für Furore, so der Verein. „Es ist das erste Documenta-Kunstwerk, das nach Wiesbaden kommt“, freut sich Freudenberg-Öffentlichkeitsarbeiterin Bettina Bettmann. Aus den gepolsterten und in Tarnfarben bezogenen Modulen können alle nur erdenklichen Sitz-, Steh- und Bühnengelegenheiten gebaut werden. Anders ausgedrückt: Konstruktion, Dekonstruktion, Chaos, Arena, Theater, Gruppenraum. Das Dachgeschoss werde zu einem sehr großen Raum für Seminare, der mittels der „Polemos“-Teile von Seminarteilnehmern so gestaltet werden kann wie sie es wünschen. „Wir haben uns lange überlegt, wie wir diesen Raum bespielen, und diese Lösung ist ideal“, sagt Bettina Bettmann.

Sie räumt ein, dass die Ankündigung der Aktion am Sonntag etwas sperrig daherkommt: „Das Zusammensein von Kunstwerk und Mensch kann sich verändern und wandeln: Ein Team, eine Gemeinschaft zeigt sich im ,building‘, im gemeinsamen Erschaffen. Jede Stellung, jedes Hin- und Aufgestellte beeinflusst die Haltung, die Perspektive, die Position des Einzelnen und der Gruppe, ruft Begegnung und Dialog hervor, eröffnet einen Raum für Fragen“, heißt es da verschwurbelt und will eigentlich sagen: Als gigantische Sitzlandschaft sind die vielen Elemente des Kunstwerks ideal. Der Panzer könnte schließlich komplett zerlegt und anders wieder zusammengesetzt werden. Und: Die transportablen Teile erfüllten alle Brandschutz- und sonstigen Sicherheitsanforderungen.

Wieviel sich der Verein das Ganze kosten lässt, will Bettina Bettmann nicht verraten. Nur dass in den kommenden Tagen ein Crowd Funding gestartet werden soll, um mindestens 30 000 Euro einzusammeln.

 

Am Sonntag , 4. März, werden um 14 Uhr zwei Lastwagen an Schloss Freudenberg vorfahren und die 136 Module anliefern. Alle großen und kleinen Kunstinteressierten sind eingeladen, diese „Grundsteine“ dann gemeinsam in einer Menschenkette zu bewegen.

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