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Wiesbaden Neue Heimat für Soziale Dienste

Die Stadt Wiesbaden investiert 1,7 Millionen Euro in den Büro-Ausbau am Platz der Deutschen Einheit. Auf 3500 Quadratmetern sollen hier bald die Sozialen Dienste eine Zweigstelle errichten.

In diesen schmucken Neubau am Platz der Deutschen Einheit sollen die Sozialen Dienste Nord einziehen. Foto: Michael Schick

Die neu gebaute Turnhalle am Platz der Deutschen Einheit ist ohnehin vielen Akteuren ein Dorn im Auge. Zu teuer sei die Halle, die unter dem Strich zu Ehren des Wiesbadener Volleyballclubs gebaut wurde. Der Komplex beherbergt aber nicht nur die Turnhalle, sondern unter anderem auch Büroräume. Auf 3500 Quadratmetern sollen hier bald die Sozialen Dienste eine Zweigstelle errichten. Das bestätigte Sozialdezernent Arno Goßmann (SPD) auf Anfrage.

Sozialdezernent und Bürgermeister Goßmann freut sich über die neuen Räume, die von den Sozialen Diensten Nord dringend benötigt würden. Und obwohl die Stadt die Halle auf eigene Kosten gebaut hat, muss sie für die Räume Miete zahlen. Denn die betroffenen Räume sind für 20 Jahre an den Bauunternehmer der Halle, die Firma Max Bögl, vermietet – und werden jetzt zurückgemietet.

Für die Modalitäten der Vermietung ist die „AG Mieten“ beim Tiefbauamt zuständig. Wie das hierfür verantwortliche Stadtplanungs- und Baudezernat erklärt, mietet die Firma Bögl die Fläche für acht Euro pro Quadratmeter von der Stadt – und vermietet sie der Stadt für 13,05 Euro zurück.

Platz für 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die daraus resultierende monatliche Differenz zu Gunsten der Firma Bögl (oder zu Lasten der Stadtkasse) beträgt immerhin 17 675 Euro.

Laut dem Stadtplanungs- und Baudezernat besteht ein Vertrag mit der Firma Bögl, in dem festgeschrieben ist, dass die Stadt einen gewissen Prozentsatz aus Bögls Mieteinnahmen erhält. Dem Vernehmen nach sind das 60 Prozent, was auch die Mietzahlung der Stadt einschließt. Unter dem Strich schlagen monatlich also nur noch 7070 Euro zu Buche. Bei einer Laufzeit von 20 Jahren läppern sich so auch 1,696 Millionen Euro zusammen.

Das von Sigrid Möricke (SPD) geleitete Stadtplanungsdezernat begründet die Differenz damit, dass Bögl die Flächen im Rohbau-Zustand angemietet habe. Bögl baue die Flächen nun nach den Wünschen des Sozialdezernats aus, vermiete sie also schlüsselfertig. „Hierzu gehören beispielsweise die Raumaufteilung, Beleuchtung und feste nutzerspezifische Einbauten, die anderenfalls durch die Landeshauptstadt Wiesbaden als Mieter durchgeführt und nach Ablauf des Mietverhältnisses gegebenenfalls wieder zurückgebaut werden müssten“, schreibt das Stadtplanungsdezernat.

Wolfgang Werner, Leiter des Amts für Grundsicherung und Flüchtlinge, das an den Sozialen Diensten mitwirkt, hält die Entscheidung der Stadt für richtig – und wichtig. Rund 120 Menschen aus seinem Amt und dem Amt für soziale Arbeit sollen laut Werner in den neuen Büros unterkommen. Die Palette der angebotenen Dienstleistungen umfasst das gesamte Sozialspektrum inklusive Jobcenter. „Wir brauchen allein einen sehr großen Empfangsbereich für die Beratung der Klienten, die zum Teil ja auch Erstkontakte sind“, so Werner auf Anfrage. 25 Prozent der Büros sollen einen, 75 Prozent zwei Arbeitsplätze beinhalten.

Für Werner stellt die Anmietung der Räume am Platz der Deutschen Einheit ein wichtiges Puzzleteil im Netzwerk der Sozialen Dienste dar. „Wir haben uns regional aufgestellt, so dass wir an allen Standorten in der Stadt auch alle Dienste anbieten können. Nord ist nun die letzte noch fehlende Himmelsrichtung“, so Werner. Diese Dezentralität schaffe kurze Wege und damit Synergien – nicht nur für die Klienten, sondern auch für die städtischen Angestellten.

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