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Wiesbaden Markenpumps im Onlinehandel

Das Konzept ist einfach - und genial: Schuhe kaufen mit einem Klick - und dabei den lokalen Handel unterstützen. Das läuft bei Schuhe 24 so gut, dass das Wiesbadener Unternehmen nun expandieren will.

Dominik Benner
Dominik Benner ist Geschäftsführer von Schuhe 24. Foto: Rolf Oeser

Mit dem berühmten Mausklick neue Schuhe kaufen und dabei die Fachgeschäfte in den Innenstädten unterstützen - das klingt wie ein Widerspruch. Doch das Unternehmen Schuhe 24 mit Sitz in Wiesbaden behauptet von sich, genau dies zu tun. Das Geschäftsmodell ist so erfolgreich, dass es seinen Umsatz in den kommenden zwei Jahren auf 100 Millionen Euro verdoppeln und in den nächsten drei Monaten außer Schuhen auch Kleidung ins Sortiment aufnehmen möchte. „Wir sorgen dafür, dass die Kunden dem Fachhandel treu bleiben, und zwar gerade durch den Onlinehandel“, sagt Inhaber und Geschäftsführer Dominik Benner, der neben dem Onlinehandel zehn Schuh-Fachgeschäfte im Rhein-Main-Gebiet betreibt, darunter zwei in Wiesbaden. 

Der 36-Jährige kennt die Probleme des Einzelhandels; Seine Eltern führten das traditionsreiche, 1882 gegründete Schuhhaus Benner in Hofheim. Eigentlich wollte der Sohn das Geschäft nicht übernehmen, und war dabei, Karriere im Energiesektor zu machen. Doch als sein Vater 2012 starb, überlegte es sich der promovierte Betriebswirtschaftler „aus Verantwortungsbewusstsein für die Mitarbeiter“ anders, erzählt er. Er führt das Schuhhaus Benner nun in fünfter Generation – und krempelte es völlig um. 

Aus der Rückschau betrachtet hat Benner die Entscheidung wohl zum richtigen Zeitpunkt getroffen. Er war damals jung genug, um den Online-Hype zu verstehen und das Geschäftsmodell darauf auszurichten. Und er war alt genug, um zu wissen, wie er dies anzustellen hat. Heute leitet Benner den Online-Handel von 850 Schuh-Fachgeschäften in Deutschland, gerade kamen 15 in Österreich dazu. 95 Prozent der Umsätze werden durch das Online-Geschäft generiert. Gerade hat Schuhe 25 sein fünfjähriges Bestehen gefeiert.

„Die Fachhändler wissen alles über Schuhe, aber ihnen fehlt das Wissen über den Online-Verkauf“, erklärt Benner seine Nische. Also bietet er sie für die Händler auf der Plattform Schuhe 24 an. Auch Nutzer, die sich auf der Homepage des örtlichen Schuhgeschäfts oder bei anderen Anbietern wie den Versandhäusern Otto oder Klingel Schuhe bestellen, erhalten die Ware oft durch Schuhe 24. Der Absender ist dann womöglich ein Fachgeschäft in Hamburg, Wanne-Eickel oder sonstwo in der Republik, eben der Händler, der das gewünschte Modell vorrätig hat. 

Benner und seine 25 Online-Mitarbeiter sehen die Lager der angegliederten Geschäfte digital ein und beauftragen das jeweilige Geschäft mit dem Versand. Zwei Tage später sind die Sneakers oder Pumps per DHL beim Kunden oder in dem gewünschten Laden, wo der Kunde sie anprobieren möchte. „Verlängerte Ladentheke“ heißt das Geschäftsmodell. „Es gibt kein Hochregallager in Polen“, sagt Benner. Dem Netzwerk gehören ausschließlich inhabergeführte Fachgeschäfte an. Verkauft wird ausdrücklich keine Billigware, sondern „ein vernünftiger Markenschuh“. „Die typische Kundin ist zwischen 35 und 65 Jahre alt, hat Sinn für Qualität und gibt auch mal 100 Euro für ein Paar Schuhe aus“, sagt Benner, „wir sind dort, wo Zalando aufhört.“ 

Benner ist gerade dabei, nach dem gleichen Prinzip den Onlinehandel für Modegeschäfte aufzubauen und Markenkleidung zu verkaufen, wieder sollen inhabergeführte Geschäfte die Partner sein. Das Unternehmen steht also auf Wachstumskurs, die Zahl der Mitarbeiter soll sich dafür verdoppeln. Auch die Schuhsparte soll weiter wachsen. Benner: „Das ist ein riesiger Markt.“

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