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Wiesbaden Lobby für die Kunst

BBK Wiesbaden feiert 60-Jähriges mit der Ausstellung „answer 2“.

09.11.2015 18:09
Irmela Heß
Kunst im Kunsthaus, das gleichzeitig Sitz des Berufsverbands bildender Künstler ist. Foto: Michael Schick

Gemeinschaft macht stark. Das dachten sich Kunstschaffende aus Wiesbaden und Umgebung und schlossen sich als Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) zusammen. Die Vereinsgründung ist mittlerweile 60 Jahre her. Doch das Ziel, eine Interessenvertretung für die Kunst und für ihre Macher zu sein, ist geblieben.

Anlässlich des Geburtstages wird am 10. November eine Ausstellung im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst eröffnet: „answer 2“. Gezeigt werden Gemälde, Grafiken, Objekte, Skulpturen, Fotos, Videos von BBK-Mitgliedern, die als Antworten auf frühere Arbeiten anderer Wiesbadener Künstler für diese Ausstellung entwickelt wurden.

Mit „answer 2“ will der BBK einen Einblick in den Zeitraum von 60 Jahren künstlerischen Schaffens geben. Kuratorin Jennifer John wählte aus 17 Künstlerpaaren zwölf aus, die in der Ausstellung gezeigt werden. Alle siebzehn Paare sind auf den Spielkarten eines Memorys abgebildet, das anstelle eines Ausstellungskataloges zur Eröffnung erscheint.

Der BBK setz sich für mehr Beachtung der Kunst ein. Offene Wünsche sind unter anderem eine intensivere Zusammenarbeit mit der Stadt, oder die politische Forderung, dass bei größeren zu vergebenden Aufträgen ein fairer Wettbewerb stattfinden soll.

Schon vor der Gründung des Verbandes am 18. Juni 1955 waren Maler und Bildhauer gemeinsam aktiv. 1946 war bereits der „Ring Bildender Künstler Wiesbaden“ entstanden, 1950 spalteten sich daraus unter anderem die „Gruppe 50“, der „Künstlerbund“ oder auch die „gruppe real“ ab.

Ateliers und Politik

Zu den Aufgaben des BBK, dessen dreiköpfiger Vorstand ehrenamtlich arbeitet, gehören die Suche nach bezahlbarem Atelierraum, Informationen zu Ausschreibungen, ein gemeinsamer Internetauftritt, im Frühjahr eine Ausstellung auf der Schiersteiner Kunstmole, jährlich eine Ausstellung der neuen Mitglieder und eine Themenausstellung – und die Organisation vieler, vieler Kunstgespräche und Symposien.

1978 hatte der BBK 148 Mitglieder, heute sind es rund 100. Die Idee eines „Kunsthauses“ wurde von Anfang an immer mal wieder diskutiert. 1982 konnte die ehemalige Werkkunstschule am Schulberg für Ateliers genutzt werden, der BBK erarbeitete hier ein Kunsthaus-Konzept, setzte sich für die Umsetzung ein. DAs Tauziehen führte unter anderem zu einer demonstrativen „Hausbesetzung“ und war langfristig erfolgreich: Bis heute hat der BBK seinen Sitz auf dem Schulberg.

Im Lauf der Jahre seien etliche Ziele erreicht worden, stellt Wolf Spemann fest, der bei der Gründung dabei war. Nicht nur in Wiesbaden, sondern bundesweit. Denn mit dem Zusammenschluss vieler einzelner Künstlerverbände zum bundesweiten Berufsverband Bildender Künstler im Jahr 1971 konnte man auf politischer Ebene mehr bewirken. So wurde unter anderem Anfang der 80er Jahre die Künstlersozialkasse eingeführt, eine Pflichtversicherung für selbstständige Künstler und Publizisten.

Die Ausstellung im Ministerium, Rheinstraße 23 bis 25, ist vom 11. bis 29. November dienstags bis freitags von 15 bis 19 Uhr, samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

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