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Wiesbaden Lilo lehrt das Lauschen

Die Handpuppe Lilo, eine Elefantendame, hat Kindern und ihren Eltern in Wiesbadens Kitas beigebracht, wie man zuhört. Lilo ist der Star eines Pilotprojekts zur Förderung der Zuhör- und Sprachkompetenz der Justus-Liebig Universität in Gießen und der Stiftung Zuhören.

Mit solchen großen Ohren kann Elefantendame Lilo besonders gut zuhören. Foto: Michael Schick

Lilo sieht lustig aus. Sie ist eine Elefantendame und gleichzeitig eine Handpuppe. Sie hat bunte Haare auf dem Kopf und – wie es sich für einen Elefanten gehört – einen Rüssel und große Ohren. Und weil Lilo mit ihren großen Ohren besonders gut zuhören kann, ist sie vor zwei Jahren in insgesamt 17 Kitas in Wiesbaden eingezogen, um dort mit Hilfe der Erzieherinnen und Erzieher den Kindern und Eltern zu zeigen, wie man richtig zuhört.

Elefantendame Lilo ist der Star eines Pilotprojekts zur Förderung der Zuhör- und Sprachkompetenz der Justus-Liebig Universität in Gießen und der Stiftung Zuhören. Das Projekt unterstützt Erzieherinnen und Erzieher mit Fortbildungen und Materialpaketen bei der Stärkung der Zuhör-Kompetenz und der sprachlichen Bildung von Kindern in Kitas. Besonderer Fokus dabei ist außerdem, „die Offenheit der Kinder gegenüber anderen Kulturen zu stärken“, schrieben die Projektverantwortlichen in einer Pressemitteilung.

17 Kitas aus Wiesbaden haben nun erstmals zwei Jahre lang an dem Projekt teilgenommen. Einmal in der Woche haben sich dafür die Kita-Kinder mit der Elefantendame Lilo in einem Raum ihrer Einrichtung getroffen und gelernt, dass Hinhören Spaß machen kann. Angefangen haben sie ihre Hörstunde mal mit einer Ohrenmassage oder dem Anhören eines unbekannten Geräuschs. Dann lauschten sie Geschichten, manchmal auch auf anderen Sprachen. Lilo hat dann geholfen, dass die Kinder Gehörtes besser verstehen und es in ihre eigenen Worte fassen.

172 Kinder aus Kitas teilgenommen

Andere Muttersprachen von Kita-Kindern wurden auch berücksichtigt. Die Eltern wurden ebenfalls zu den Hörstunden in die Kitas eingeladen. Ziel des Projekts ist es nämlich, so die Verantwortlichen, dass die Kinder auch in ihren Elternhäusern eine Zuhör-Kultur erleben, die von Achtsamkeit und Wertschätzung geprägt ist. „Mehrsprachigkeit sehen wir als Chance zur Verständigung im kulturellen Austausch“, schreiben die Projektverantwortlichen.

Untersucht und begleitet wurde das Projekt „Lilo Lausch“ von Wissenschaftlern der Uni Gießen. In den zwei Jahren der Pilotphase haben 30 Erzieherinnen insgesamt 364 Hörstunden in 17 Kitas mit 172 Kindern durchgeführt. Die Kinder waren überwiegend zwischen vier und fünf Jahre alt. Dabei wurden laut dem Bericht der Universität 47 verschiedene Familiensprachen der Kinder mit einbezogen.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Lilo die Sprach-, Zuhör-, Medien und interkulturelle Kompetenz von Kindern fördert, dass Lilo in die Familien hinein wirkt und die Bildungspartnerschaft zwischen Kita und Familien sowie die „interkulturelle Willkommenskultur“ stärkt. Außerdem hören die Kinder wegen Lilo gerne zu.

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