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Wiesbaden Klinikum Gesundheitscampus in Gefahr

Die Fresenius-Tochter Helios will anscheinend nicht mehr als nötig in die Zusammenführung der beiden Wiesbaden Kliniken investieren. Der geplante Gesundheitscampus könnte deshalb auf der Kippe stehen. Am 3. April will die Stadt über den Verkauf der Kliniken an Helios abstimmen.

Ein Rettungswagen verlässt die Notaufnahme der städtischen Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) in Wiesbaden. Foto: dpa

Die Fresenius-Tochter Helios will anscheinend nicht mehr als nötig in die Zusammenführung der beiden Wiesbaden Kliniken investieren. Der geplante Gesundheitscampus könnte deshalb auf der Kippe stehen. Am 3. April will die Stadt über den Verkauf der Kliniken an Helios abstimmen.

Im Zuge der Gespräche über den Kauf der Rhön-Klinikum-Anteile hat sich der Gesundheitskonzern Helios von der Stadt noch einmal Bedenkzeit erbeten. Laut dem Wiesbadener Klinikdezernenten Axel Imholz (SPD) will der Konzern die Zusammenführung der Deutschen Klinik für Diagnostik (DKD) und der Horst-Schmidt-Kliniken am Standort Dotzheim zu einem Gesundheitscampus noch einmal überprüfen. Die Stadt sei dieser Bitte nachgekommen, sagte Imholz.

Ende Februar dieses Jahres hatte das Bundeskartellamt der Fresenius-Tochter Helios erlaubt, 40 Kliniken von Rhön zu übernehmen – darunter auch die DKD sowie die HSK. Da die HSK jedoch zu 51 Prozent in städtischer Hand sind, muss die Stadt den Verkauf absegnen. Die Gespräche sind laut Imholz weit vorangekommen. Helios wolle alle Zusagen, die Rhön getroffen habe und die die Stadt betreffen, einhalten. Ziel sei es, die Stadtverordneten in ihrer nächsten Sitzung am 3. April über den Verkauf abstimmen zu lassen. „Ob wir das allerdings hinbekommen werden, weiß ich nicht“, sagte Imholz. Was geschehen würde, wenn Helios tatsächlich das Vorhaben Gesundheitscampus kippen würde, dazu will der Gesundheitsdezernent nichts sagen. „Dazu äußern wir uns dann, wenn es soweit ist.“

Folgen für Aukammtal

In seiner Brust schlügen zwei Herzen, erläutert Imholz. Zum einen beurteilt er die auf dem Gesundheitscampus entstehenden Synergien als stark und erstrebenswert. Zum anderen sehe er auch das Problem, das entstehe, wenn die DKD ihren Standort im Aukammtal verlasse. „Dann muss man sehen, in welche Richtung man dieses Gebiet weiter entwickelt, ob man den medizinischen Standort aufrecht erhält.“ Im Aukammtal sind zahlreiche medizinischen Einrichtungen angesiedelt. Erst Anfang der Woche war bekannt geworden, dass die Aukammtalklinik erweitert werden soll.

Helios wollte sich gestern zu den Vorgängen nicht äußern. „So lange die Stadt sich nicht für den Verkauf entschieden hat, können und wollen wir nichts sagen“, teilte gestern ein Sprecher des Unternehmens mit.

Die Rhön-Klinikum AG hatte das Vorhaben, das zwischen 180 und 230 Millionen Euro kosten soll, geplant. Das Land hatte zugesagt, 68 Millionen Euro zu übernehmen. Plan ist es, DKD und HSK selbstständig zu belassen, jedoch bestimmte Abteilungen gemeinsam zu nutzen. Im Januar 2013 hatte Rhön Pläne präsentiert, wonach bis zum Jahr 2018 am Standort ein Komplex mit mehr als 11.000 Betten entstehen sollten.

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