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Wiesbaden Klares Signal zu Querelen in der CDU erwartet

Die Christdemokraten wollen bald ihren Oberbürgermeister-Kandidaten nominieren. Bislang tritt nur Eberhard Seidensticker an. Beobachter erwarten von ihm, dass er zur Kritik an Parteichef Oliver Franz Stellung bezieht.

Oliver Franz
CDU-Parteichef Oliver Franz stand hart in der Kritik. Foto: Michael Schick

Ob die Wiesbadener CDU ihre Personalquerelen geklärt hat, wird der Kreisparteitag am kommenden Dienstag zeigen. Über den Sommer sind die Christdemokraten von einigen Skandälchen geschüttelt worden: Der Parteivorsitzende Oliver Franz ist zum Rücktritt aufgefordert worden und vom Fraktionsvorsitzenden Bernhard Lorenz wird behauptet, Geld angenommen zu haben, um einen Parteifreund auf einen Geschäftsführerposten einer städtischen Gesellschaft zu hieven.

Der Dienstag dürfte daher spannend werden, und nicht nur, weil der Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 nominiert werden soll. „Ich gehe davon aus, dass es vom OB-Kandidaten ein paar Worte mehr und ein klares Signal geben wird“, sagt CDU-Stadtverordneter Hans-Joachim Hasemann-Trutzel in Anspielung auf die Aufgeregtheiten innerhalb der Partei.

Eberhard Seidensticker wird seinen Hut für die Kandidatur in den Ring werfen. „Ich hoffe, es geht harmonisch zu und die Nominierung erfolgt zu meinen Gunsten“, sagte er der FR auf Anfrage. Der 52 Jahre alte Dachdeckermeister aus Schierstein und stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher möchte sich für bessere Bedingungen für die Selbstständigen, den Handel und das Gewerbe und für das Thema Verkehr einsetzen und dem amtierenden SPD-Oberbürgermeister Sven Gerich die Stirn bieten. Die Christdemokraten rechnen damit, dass Seidensticker der einzige Anwärter sein wird. Auf der Tagesordnung steht zwar auch, dass weitere vorgeschlagen werden können. „Aber in der Vergangenheit war das noch nie der Fall“, erklärt Hasemann-Trutzel.

Streng genommen ist Seidensticker dennoch nicht der einzige CDU-Mann mit Ambitionen auf das Oberbürgermeister-Amt. Bis September wurde auch Andreas Guntrum, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft SEG und seit 42 Jahren CDU-Mitglied, als OB-Bewerber gehandelt. Der 59-jährige Guntrum hat seinen Rücktritt von der Kandidatur noch nicht erklärt, wie er der FR gegenüber feststellt. Seidensticker und Guntrum hatten im August in einem Brandbrief an den Parteivorsitzenden und Bürgermeister Franz mitgeteilt, nur anzutreten, wenn Franz den Parteivorsitz räume. Das hat dieser jedoch nicht getan. Ihr Vorwurf: Franz habe beiden seine Unterstützung zugesichert, daher fühlten sie sich hintergangen und wie Marionetten behandelt.

Mit Seidensticker hat Franz die Lage inzwischen geklärt. „Frühere Irritationen und Missverständnisse haben Eberhard Seidensticker und ich in einem persönlichen Gespräch vollständig ausgeräumt“, sagt Franz auf Anfrage. Guntrum sei dagegen zu keinem Gespräch bereit gewesen. Nur Seidensticker habe sich dem Kreisvorstand vorgestellt, und nur er sei von den Stadtbezirken und CDU-Vereinigungen als Bewerber vorgeschlagen worden. „Ich halte es für unwahrscheinlich, dass sich weitere Kandidaten melden“, erklärt Franz. Guntrum jedoch bleibt bei seiner Forderung, dass Franz zurücktreten müsse, soll er als Kandidat zur Verfügung stehen. Der FR gegenüber wollte er sich nicht festlegen, ob er auf dem Parteitag erscheinen wolle. „Das entscheide ich kurzfristig“, sagt Guntrum.

Auch die Causa Lorenz belastet die Partei. Es stehen Vorwürfe im Raum, der Fraktionsvorsitzende Bernhard Lorenz habe im zeitlichen Zusammenhang mit der Nominierung des CDU-Schatzmeisters Ralph Schüler zum Geschäftsführer der städtischen Gesellschaften WVV und WIM Geld angenommen. „In der Partei wird diese Sache mit Aufmerksamkeit und Sorge beobachtet“, sagt Franz der FR. Formal steht das Thema nicht auf der Tagesordnung. Allerdings wird Lorenz als Fraktionsvorsitzender einen Bericht ablegen. Ob er zu den Vorwürfen Stellung nimmt, ist laut Parteivorsitzendem nicht bekannt.

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