Lade Inhalte...

Wiesbaden Kampf den illegalen Containern

Die Stadt lässt Altkleiderbehälter abräumen, die nicht angemeldet sind.

Gelbe Aufkleber als Warnung. Foto: Martin Weis

Seit Jahren kämpft Walter Richters gegen illegal aufgestellte Altkleidercontainer, gegen Behältnisse, „die den Menschen vorgaukeln, sie würden mit ihrer Spende etwas Gutes tun“. Immer wieder hat der stellvertretende Ortsvorsteher von Schierstein Anträge gestellt, um die Politik auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Er hat Grundstückseigentümer ausfindig gemacht, ihnen ins Gewissen geredet. Und nicht selten hatte er Erfolg. „In den vergangenen Jahren sind in Schierstein mehrere Container abgebaut worden.“

Geht es nach der Stadt, sollen in den kommenden Wochen alle illegal aufgestellten Kleiderkisten verschwinden. Während der jüngsten Sitzung der Betriebskommission der Entsorgungsbetriebe der Landeshauptstadt Wiesbaden (ELW) wurde ein Schnellverfahren zur Beseitigung der Container vorgestellt.

Eigentümer hat zwei Wochen lang Zeit

Bis vergangenen Freitag wurden an die nicht angemeldeten Behälter Aufkleber angebracht, mit dem der Eigentümer aufgefordert wird, den Container aus dem öffentlichen Raum zu entfernen. Zwei Wochen hat er dafür Zeit. Wenn die Frist verstrichen ist, wird der illegale Container binnen zwei Wochen abgeräumt und auf der Deponie der ELW zwischengelagert. Dort kann er innerhalb von zwei Monaten ausgelöst werden. Fünf Euro Stellplatzgebühr pro Tag werden fällig, hinzu kommt eine Abschleppgebühr von etwa 100 Euro, heißt es aus dem Ordnungsdezernat. Im Stadtgebiet aufstellen darf der Eigentümer den Container auch nicht mehr.

Mehr als 140 Standorte hat das Ordnungsamt derzeit ausgemacht, an denen eigentlich keine Kisten stehen dürfen. Etwa 190 sind dort trotzdem aufgestellt und verführen die Wiesbadener dazu, munter gut erhaltene Wäsche und Kleidungsstücke zu spenden. Die Stadt geht davon aus, dass in der Landeshauptstadt pro Jahr etwa 1350 Tonnen Altkleider gesammelt werden.

Genehmigt sind in Wiesbaden lediglich Container des Roten Kreuzes und der Malteser – 95 Stück an 64 Standorten. Kleider, die in Behältnissen einiger anderer Betreiber gesammelt werden, kämen nicht gemeinnützigen Zwecken zugute, sondern würden gewerblich vertrieben, heißt es aus dem Wiesbadener Ordnungsdezernat.

In Schierstein waren in der Vergangenheit einige Male Sammelbehälter aufgetaucht, auf denen in großen Lettern „Kindersuchhilfe“ prangte. Wie berichtet, kommt nur ein Teil der Kleidung der Organisation zugute. Der Aschaffenburger Verein arbeitet mit gewerblichen Unternehmen zusammen. Die sammeln die Kleidungsstücke zwar ein, aber nur einen Teil des Gewinns und der Spenden an den Verein weitergeben. Durch diese Kooperation werben sie mit dem Namen des Vereins.

Um zu vermeiden, dass die Spender in die Irre geführt werden, hat die Stadt nun reagiert und will „die gemeinnützigen Altkleidersammlungen in unserer Stadt stärken“, wird Ordnungsdezernent Oliver Franz (CDU) in einer Pressenotiz zitiert. Und will nun mehr legale Sammelbehälter aufstellen. Die Stadt hat berechnet, dass etwa 130 Altkleidercontainer in der Stadt für die pro Jahr gespendeten 1350 Tonnen Kleidung ausreichen. „Wir werden mit dem Roten Kreuz und den Maltesern darüber sprechen, ob sie die Zahl von derzeit rund 95 auf 130 erhöhen wollen“, teilt Franz mit.

So wolle die Stadt die Altkleiderbehälter an die Standorte der Altglascontainer angliedern. „Wir haben über die Stadt räumlich sehr gut verteilt insgesamt 355 Altglascontainerstandorte, die von der Bevölkerung sehr gut angenommen sind. Da finden wir bestimmt 100 Standorte für die Altkleidercontainer“, sagt Franz.

Walter Richters freut sich über die Aktion, auf die er ein Auge haben wird. „Ich werde abwarten, was sich tut. In der Kleinaustraße in Schierstein steht seit langer Zeit ein illegaler Container, der abgeräumt werden könnte. Bis jetzt ist noch nichts passiert.“

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum