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Wiesbaden Imholz soll mit Belegschaft reden

Das Bündnis „Gemeingut in BürgerInnen-Hand – für eine kommunale HSK“ fordert von Imholz die Niederlegung seines Mandats, sollte dieser „nicht sehr schnell seiner Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern, aber auch den Patienten“ nachkommen.

Das Bündnis „Gemeingut in BürgerInnen-Hand – für eine kommunale HSK“ fordert Gesundheits- und Klinikdezernent Axel Imholz (SPD) dazu auf, energischer gegen Stellenkürzungen und Arbeitsverdichtungen an den Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) vorzugehen.

Anlass hierfür ist eine Umfrage des Marburger Bundes unter den HSK-Ärzten, in der die Befragten unter Stress und Stresssymptomen wie Schlaflosigkeit klagen (die FR berichtete).

In einer Parlamentsdebatte zu diesem Thema hatte Klinikdezernent Axel Imholz am Donnerstagabend auf eine dringliche Frage der Wiesbadener Grünen-Fraktion geantwortet. Hier ging er unter anderem auf den vom Marburger Bund erhobenen Vorwurf ein, dass HSK-Mediziner zum Ausstechen und Weiterarbeiten genötigt würden.

Imholz bezeichnete im Parlament solche Vorgänge als „rechtswidriges Verhalten“, das an den HSK nicht geduldet werde. Einige Aussagen des Marburger Bundes wie die Behauptung, dass es durch Stellenkürzungen zu Arbeitsverdichtungen gekommen sei, lässt der Dezernent nicht unkommentiert stehen. Der Personalabbau habe sich „bisher lediglich im Rahmen der normalen Fluktuation bewegt“.

Sache des Aufsichtsrats

Diesen Personalabbau nennt der Marburger Bund in seiner Pressemeldung aber als Hauptursache für die Belastung der 450 Köpfe zählenden Ärzteschaft an den HSK. Rund 100 Ärzte haben sich laut Marburger Bund an der Studie beteiligt. „Wie repräsentativ das ist, kann jeder und jede für sich selbst entscheiden“, so der Dezernent im Parlament.

Diese Aussagen gehen Bodo Kaffenberger, Sprecher des Bündnisses „Gemeingut in BürgerInnen-Hand – für eine kommunale HSK“ nicht weit genug. „Axel Imholz könnte sich langsam mal seiner Verantwortung stellen und in einen Dialog mit den Mitarbeitern treten“, kritisiert Kaffenberger den Klinikdezernenten in einer Pressemitteilung.

Die Stadt könne sich nicht darauf zurückziehen, dass mit der Privatisierung der Klinik auch die Leitung des operativen Geschäfts in die Hände von Helios übergegangen sei. „Diese Umstände gehören sehr wohl in den Verantwortungsbereich eines Aufsichtsratsvorsitzenden und somit zu Axel Imholz“, so Kaffenberger.

Das Bündnis fordert von Imholz die Niederlegung seines Mandats, sollte dieser „nicht sehr schnell seiner Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern, aber auch den Patienten“ nachkommen. „Die Mitarbeiter jedenfalls erwarten hier von ihrem Aufsichtsratsvorsitzenden eine andere Gangart“, betont der Bündnis-Sprecher Kaffenberger. „Das Wiederholen von Plattitüden hilft uns in dieser Situation nicht weiter“.

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